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Thu, 12 Apr 2007
Vorfreude

(Bild von djmq)
Ach ja, da geht einem das Herz auf und die Sonne scheint
herein. Frühling, Hitze und der ganze Krams... Kann ich doch drauf
verzichten, wenn ich so ein schönes Winterbild sehe. Da fühlt man doch
die prickelnde Kälte auf der Haut und es ergreift einen eine wilde
Vorfreude. Man hofft geradezu, die warmen Tage mögen schnell
vergehen...
Wie es geht Dir nicht um den Schnee? Du hast nur kein anderes Bild von
der Stelle im Internet gefunden? Ja, das ist mir doch egal. So, Du
ziehst da hin? Guck doch: Grau in Grau. Wird auch nicht anders sein
als anderswo in Hamburg.
Pah, Altbau. Blödsinn, Zweisamkeit. Guck Dir doch mal die Flocken
an. Da wird einem doch wohlig ums Herz. Da rieselt leise der
Schnee... Umziehen... ne, wirklich...
Hamburg
Wohnung
Altbau
Posted at: 22:40 |
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Sun, 11 Feb 2007
Hamburg, Lesung: Strictly British

Könnt ihr mir doch nix erzählen. Da ist doch einer mal Sonntags zu
Kaffee.Satz.Lesen gelaufen, fand das ja alles ganz nett, hat sich
allerdings gedacht: "Ich will aber Tee. Yes, indeed."
Durch einen kurzen Tip auf der Party gestern bin ich also mit meinem
Nordlicht heute auf der Konkurrenzveranstaltung des Kaffe.Satz.Lesen
gelandet. Und ich muss sagen: "Very british, very nice."
Der Eintrittspreis war zwar doppelt so hoch wie bei der gewohnten
Sonntags-Veranstaltung, aber dafür gab es dann die Scones, Sandwiches
und den Tee gratis. Und die Scones waren genial. Dazu richtig fette
Sahne und eine geniale Himbeer-Sauce. Göttlich.
Lesung? Ach so, ja. Gelesen wurde natürlich auch. Stilecht im
holzgetäfelten Salon mit zwei antik gekleideten Vortragenden. Oscar
Wilde in Original-Ambiente und in Original-Version. Ich musste
zugegebenermaßen aufmerksamer sein als bei einer deutschen
Lesung. Aber ganz wunderbare Geschichten.
Wer Tee brauchte musste nur seine Britische Flagge heben und schon kam
die Bedienung geeilt. Wir wurden allerdings stilecht vorgewarnt:
"Please be patient though. They are only women..."
Wunderbarer Nachmittag. Das nächste Mal steht noch nicht fest, aber
ich hoffe es war für die Veranstalter ein voller Erfolg und es findet
noch einige Male statt. Hier die Webseite: Strictly British
kultur
hamburg
british
Oscar Wilde
autorenlesung
kaffeesatzlesen
lesung
Posted at: 20:19 |
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Fri, 09 Feb 2007
Hamburg, Theater: Impromptü vs. Stadtgespräch

Nach längerer Zeit gab es mal wieder das kostenlose Impro-Doppelpack
im Bürgertreff Altona-Nord. Impromptü vs. Stadtgespräch. Sehr schöner
Abend.
Ich erinnere mich noch gut an letztes Jahr, als ich den ersten
Auftritt beider Gruppen gesehen habe. Damals war ich selber noch auf
der Suche nach einem Team. Ich also gleich nach der Aufführung mal
einen von den Jungs angequatscht, ob man denn nicht bei ihnen
mitspielen könne. So habe ich Klaus Friese kennen gelernt, der diesmal
souverän die Moderation übernommen und sich wacker geschlagen hat.
Diesmal wurde Team gegen Team gespielt und das Stadtgespräch hatte da
die Nase leicht vorne. Und das obwohl beim "Unparteiischen" (nicht
ganz zu Unrecht) das türkisfarbene Hemd unter der weißen Weste
vermutet wurde. Schließlich ist der Mann vollwertiges Mitglied von
Impromptü. Aber er hat das gegnerische Team sehr fair gewinnen lassen.
kultur
hamburg
theater
theatersport
Posted at: 23:53 |
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Fri, 26 Jan 2007
Das geht nicht

Dein Finanzamt, Dein Garant für fröhliche Telefonate:
Guten Tag, Finanzamt Hamburg-Eimsbüttel.
Ja, guten Tag. Wrobel hier. Sie hatten mir einen Brief geschickt und
mir mitgeteilt, dass ich mich von der monatlichen
Voranmeldepflicht für die Umsatzsteuer befreien lassen kann. Da
wollte ich mich erkundigen, was ich dafür machen muss.
Hm. Geben sie mir mal ihre Steuernummer.
54/331/13464
Hm. Kann ich mir nicht vorstellen, dass wir ihnen etwas geschickt haben.
Naja, ich habe hier ihren Brief vom 9.1. diesen Jahres vor mir liegen.
Warten sie, ich sehe mal nach.
Irgendwo im Hintergrund Suchgeräusche, in der Ferne dudelt das Radio
vor sich hin...
Ah ja. Das ist ein maschinelles Schreiben, nicht wahr? Die Daten
werden hier ja immer automatisch ausgewertet und dann geht ein
entsprechendes Schreiben raus.
Ja und kann ich mich dann von der Pflicht zur monatlichen
Voranmeldung befreien lassen?
Nein, das geht nicht.
Aber hier steht doch: "Sie haben die Möglichkeit, die Befreiung von
der Verpflichtung zur Abgabe von Voranmeldungen und Entrichtung von
Vorauszahlungen zu beantragen."
Hm, kann ich mir nicht vorstellen, dass es diese Möglichkeit
gibt. Warten sie, ich schaue mal nach.
Eine Weile später...
Ah, ja. Wenn sie unter einem bestimmten Satz an Umsatzsteuer liegen,
können sie sich von dieser Pflicht befreien lassen.
Ja und was muss ich tun, um mich nun befreien zu lassen? Schicke ich
ihnen einen Brief?
Nein. Ich kann das ja hier umstellen.
Klickgeräusche.
So, das wärs.
finanzamt
telefon
hamburg
Hamburg-Eimsbüttel_(Stadtteil)
lesung
Posted at: 09:53 |
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Wed, 24 Jan 2007
Leise rieselt...

.. der erste Schnee des Jahres. Ja, er ist auf dem Bild schwierig zu
erkennen. Aber ein bisschen Mühe kann man sich schon
geben. Schließlich ist nicht gesichert, dass wir in diesem Jahrhundert
dieses Phänomen in Hamburg nochmal beobachten werden können.
Also ich habe jedenfalls mal zu Isas Wintergetränk gegriffen, um
feierlich auf den ersten Schnee zu trinken.
Hamburg
Winter
Schnee
Posted at: 16:15 |
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Tue, 23 Jan 2007
Abgewendet

Irgendwann Abends. Dir bleiben ein paar Minuten auf diesem
Bahnsteig. Umsteigen in Altona. Die Hände in den Taschen vergraben
wanderst Du ziellos zwischen den vergitterten Süßwaren und der
Bahnsteigkante hin und her.
Du nimmst das Pärchen nur am Rande wahr. Wie sie da so gegen die
Plakatwand gelehnt stehen. Irgendwie in Umarmung. Nur wie sein Arm um
sie gelegt ist, das stimmt nicht ganz. Und fordert Deinen zweiten
Blick.
Seine Hand ist verkrampft in ihr Genick gepreßt, hält sie im harten
Griff und presst sie mit der Wange gegen die Wand. Seine Augen sind zu
Schlitzen verengt. Und er giftet sie an: "Warum machst Du das, eh?
Warum machst Du das?"
Sie weint nur. Was sie sagt kannst Du nicht verstehen. Er zieht sie
nach vorne, seine Gesicht entgleist verzerrt und er spuckt ihr eiskalt
ins Gesicht. Mit Verachtung.
Als Du zwei Schritte auf ihn zugehst, schaut er Dich an. Der gleiche
Blick. Er braucht das "Komm nur" nicht auszusprechen. Gesicht und
Körper sprechen mehr als deutlich. "Komm nur, wenn Du meinst Dich hier
einmischen zu müssen."
Aber er lockert seinen Griff. Lässt sie los. Sie befreit sich, wendet
den Kopf. Tränen und Spucke laufen ihr die Wangen hinunter. Sie wischt
sich einmal fahrig mit dem Ärmel über das Gesicht. Und bleibt. Sie
bleibt stehen, unternimmt nichts.
Und so verharrst Du. Bleibst stehen und lässt nur den Blick hinter
beiden her wandern.
Irgendwann Abends. Dir blieben ein paar Minuten auf diesem
Bahnsteig. Dir ist eiskalt.
U-Bahn
hamburg
Bahnhof_Hamburg-Altona
Gewalt
Posted at: 00:46 |
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Fri, 22 Dec 2006
Hamburg, Theater: Ich bin glücklich

Sechs Menschen tuscheln aufgeregt hinter der verschlossenen Tür,
kichern verhalten und versuchen krampfhaft mit ihrem Adrenanpegel klar
zu kommen.
Ich glaube das ist der Moment den ich am meisten liebe. Bevor Du raus
gehst. Wenn Du Dich bereit machst, um auf die Schnauze zu fallen. Los
zu lassen. Etwas zu tun, was Du nicht kannst. Dich auf andere zu
verlassen, Dein Bestes zu geben und zu wissen, dass Dein Bestes eben
nicht gut genug ist. Sich an die eigenen Grenzen zu bewegen, zu
lieben, dass sie da sind und manchmal den Schritt darüber hinaus zu
wagen.
Sechs Menschen laufen auf die Bühne, geben sich keine Chance mehr auf
den Weg zurück. Schalten die Navigation aus und beginnen für den
Moment zu leben.
Meine Eltern sitzen in der ersten Reihe. Das Nordlicht in ihrer
Mitte. Familiär eingemeindet. Links davon die Improszene, Kamera im
Anschlag. Mitte links die lieben Mitspieler von der
Mittwochstruppe. Noch mehr Profiaugen. Hinten rechts sehr gute
Freunde. Hier bin ich plötzlich nicht mehr anonym. Aber das würde mir
nur auffallen, wenn ich wirklich noch denken würde.
Sechs Menschen gleiten durch die Szenen, vertrauen einander und
spielen. Sie scheitern, sie brillieren, sie versagen und sie
unterhalten. Sie leben ihre Leben auf der Bühne.
Ich bin Mörder, mal schwul, gelegentlich tot, auch alt und
gebrechlich, rette Deutschland vor den Russen und bin zu guter Letzt
ein Hase. Als Häschen scheitere ich grandios und mich rettet nur der
Fangschuss. Ein schöner Tod auf der Bühne.
Sechs Menschen verbeugen sich ein letztes Mal, lassen die Spannung
fallen, verweben sich mit den Zuschauern und sind wieder da, unter den
Lieben.
Vielen lieben Dank an jeden der da war. Ihr habt uns echt viel
Energie gegeben und das war perfekt. Absoluten Dank an Ralf, der
leider wegen Krankheit ausgefallen ist, aber großen Anteil daran
trug, dass wir gespielt haben.
kultur
hamburg
theater
theatersport
Posted at: 01:14 |
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Wed, 20 Dec 2006
Hamburg, Theater: Mal in eigener Sache

Nun treten wir wirklich morgen Abend auf. Es gab doch einige Probleme
und Energietäler zu umschiffen, bis jetzt wirklich sicher ist, dass
wir uns morgen Abend das erste Mal auf die Bühne trauen und einer
kleinen Menge Publikum stellen werden. Zumindest wohlwollendem
Publikum.
Aufregend genug. Als ich hier das letzte Mal auf einer Bühne gespielt
habe, kannte ich noch keine Sau in Hamburg. Und da niemand im Publikum
saß, mit dem ich auch nur ansatzweise verwandt, verschwägert oder
sonst irgend wie verbunden gewesen wäre, war das eine lockere
Angelegenheit. Das ist diesmal nicht mehr so und wird es spannender
gestalten.
Es war überraschend zu sehen, wie viel Selbstzweifel wir als Gruppe
besitzen. Bei zwei heftigen Irritationen kurz vor dem Auftritt ist es
eigentlich ein kleines Wunder, dass die Energie gereicht hat, um den
morgigen Abend wirklich zu stemmen. Gruppendynamik ist schon
spannend. Besonders wenn man drin steckt.
Jetzt lasse ich mich überraschen wie es morgen wird. Klar, wir sind
alles Laien, also kann man nichts Spektakuläres erwarten. Aber ich
hoffe es wird nett werden. Und ich glaube es wird uns vor allem Spaß
machen und die Energie für mehr Bühne geben.
kultur
hamburg
theater
theatersport
Posted at: 16:37 |
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Tue, 12 Dec 2006
Hamburg, Lesung: Kaffee.Satz.Lesen wird ein Jahr alt
Während ich diesen Morgen so durch die Post wühle und Antworten
formuliere, bleibe ich bei einer Nachricht hängen und frage mich, wann
ich eigentlich das erste Mal beim Kaffee.Satz.Lesen war? Könnte das
vor einem Jahr gewesen sein? An die Weihnachtslesung letztes Jahr kann
ich mich noch gut erinnern, aber war ich schon einmal vorher dort?
Ich nehme mir den Moment, die Termine der vergangenen Lesungen durch
zu gehen und in meinem Tagebuch nach zu blättern. Eintrag vom
18.12. letzten Jahres:
Was allerdings den Tag deutlich verschönert hat, war meine
Entscheidung zur Weihnachtslesung "Kaffee.Satz.Lesen" zu gehen. War
eine sehr kurzfristige Entscheidung, nachdem ich
ein Foto von der letzten Lesung gesehen habe. Kurz nach
Kaffee.Satz.Lesen gesucht, festgestellt, dass es im Dezember
am 18.12. stattfindet und mir noch zehn Minuten bleiben um los zu
düsen. War extrem überfüllt und ich habe nur noch einen Sitzplatz auf
einer Kante bekommen. Fragt sich ob so viele Leute wegen der Lesung
oder dem Glühwein und Keksen gekommen waren. War aber beides sehr
gut. Schon faszinierend, dass es so viele gute Autoren in Hamburg
gibt.
Als ich das lese muss ich lächeln. Mir war nicht mehr bewusst, dass
mich Kerstin indirekt dazu verleitet hat, zu dieser Veranstaltung zu
gehen.
Irgendwie macht mich das fröhlich. Und ich freue mich auf Sonntag. Auf
Glühwein, Gebäck und Kuchen. Und Hamburgs wunderbare Autoren.
Posted at: 09:29 |
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Wed, 06 Dec 2006
Hamburg, Lesung: Transit #31

Obwohl ich nach dem letzten Mal Transit ja nicht ganz so überzeugt
nach Hause gegangen bin, hat mich dann diesmal die Begeisterung wieder
vollständig erwischt. Abwechslungsreicher war es noch nie.
Hellmuth Optiz als eröffnender Autor hat zwar anfänglich qualitativ
etwas tief gestapelt aber dann einen wunderbaren Wechsel zwischen
charmanten und tiefsinnigen Gedichten hin gelegt. Sehr angenehmer
Einstieg.
Anja Frisch folgte dann mit einer gut konstruierten Geschichte,
einfühlsam aus Kinderaugen erzählt.
Und an Cornelia Travnicek schieden sich dann nach der Pause die
Geister. Jedenfalls der meiner Schwester und der meinige. Ich liebe
diese Art melancholischer Texte, brauche da nur die Augen zu schließen
und verliere mich irgendwie. Aber Geschmäcker sind verschieden.
Den runden und gelungenen Abschluß machte Nora Gomringer mit viel
Humor, Sprechkunst und Schauspielerei. Beeindruckende Geschwindigkeit
beim Wechsel der Stimmlagen. Könnte man auch sehr gut beim
Improvisationstheater gebrauchen.
Sehr facettenreicher Abend und absolut gelungen. Nur leer war es
irgendwie. Mir war nicht klar, dass sich das Publikum bei Lesungen und
Fußball so stark überschneidet. Ich habe aber dazu gelernt. Spätestens
als Daniel meinte:
Och, ich hätte ja auch ganz gerne Fußball geguckt.
Schäm Dich ;) Die Alternative war besser.
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autorenlesung
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Posted at: 21:18 |
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Sat, 11 Nov 2006
Heimat

Und manchmal... manchmal da flechtet sie ganz ungezwungen die Worte
"hünen und püdünen" in den Satz. Und dann lächle ich in einem Winkel
meines Herzen, weiß, dass ich jetzt im Norden bin, und fühle mich ein
wenig zu Hause.
hamburg
slang
heimat
Posted at: 22:58 |
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Thu, 09 Nov 2006
Inkompatibel
Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, warum ich auf diesem
Planeten gelandet bin. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es
Sinn macht, dass ich an einem Ort existiere, an dem es Fahrräder
gibt. Ich fühle mich zunehmend inkompatibel mit dieser technischen
Errungenschaft.
Das liegt eigentlich weniger an der Tatsache, dass ich grundsätzlich
unfähig bin langsam zu fahren. Eventuelle Begleitung gesteht mir
hechelnd am Ende der Fahrt, dass ich die Sache doch etwas zu flott
angehe. Fahre ich allein, dann erreiche ich meinen Zielort meist nur
mit maximalem Durchfluss aus allen Schweißdrüsen und nass
durchtränktem T-Shirt.
Nein, das Problem ist, dass die Dinger im Allgemeinen versuchen meine
Gegenwart zu meiden. Selbst wenn sie mir rechtmäßig gehören. Am
erfolgreichsten war dabei mein Vehikel in Heidelberg.
Ich bin von Natur aus notorischer Fußgänger und benutze das Fahrrad
eigentlich nur dann, wenn ich schnell irgendwo ankommen muss. An
irgend einem Abend an den ich mich im Nachhinein nicht mehr wirklich
erinnern konnte, muss ich es damals in Heidelberg wohl eilig gehabt
haben. Ob nun Party oder Kneipe oder was auch immer an diesem Abend
geschah, zum Ende des Abends war ich wohl deutlich gelöster als zu
Beginn. Und bin völlig entspannt nach Hause gegangen.
Irgendwann zwei Wochen später habe ich dann begonnen mich zu fragen,
wo eigentlich mein Fahrrad ist. Leider gab es bei der versuchten
Rekonstruktion der Zusammenhänge einfach keine ausreichende Menge an
Hinweisen mehr. Mehr als ein paar wahrscheinliche Orte abzusuchen ist
mir nicht geblieben. So steht wohl heute noch irgendwo in Heidelberg
ein verwaistes, violett-schwarzes Damen-Rad, das sich diebisch freut
seinem Herrchen entkommen zu sein.
Nun fahre ich in Hamburg seit zwei Monaten wieder Fahrrad und es kommt
wie es kommen muss: Dienstag Abend nach Transit bricht mir mein
Schlüssel im Schloss ab. Klare Verweigerungstaktik von Seiten meines
Fahrrades. Ich weiß auch nicht, was ich ihm getan habe. Es redet
einfach nicht mit mir.
Ich überlege noch kurz, ob ich Merlix zu Hilfe rufen soll. Schließlich
kommt der mit seiner Herzdame klar und sollte doch eigentlich mit
allen Wassern gewaschen sein. So ein bockiges Fahrrad ist nix für
den. Aber er verschwindet schon als ferner Schatten um die nächste
Ecke.
Also bleibt mir nichts, als mein Gefährt einsam auf der Schanze
nächtigen zu lassen. Kann mir schon denken, wie es die ganze Nacht
sehnsüchtig auf einen gierigen Langfinger wartet, nur um mir zu
entkommen. Aber nicht mit mir. Und es braucht auch nicht zu glauben,
dass es noch gut genug aussieht, um einfach so jeden Kerl abschleppen
zu können.
Und ich komme wieder. Den nächsten Tag mit schwerem Gerät. Naja, einer
kleinen Zange. Um das Schlüsselblatt aus dem Schloß zu befreien. Und
mein eigen Hab und Gut wieder fröhlich nach Hause zu fahren, nachdem
ich das Schloss mit meinem Zweitschlüssel geöffnet habe. Dem
Zweitschlüssel. Genau dem Zweitschlüssel, den ich in aller Hektik zu
Hause vergessen habe.
Da stehe ich nun mit meiner kleinen Zange auf der Schanze und
realisiere, dass eine Zange einfach kein Bolzenschneider ist. Dass ich
mal wieder verloren habe. Und bin mir sicher, dass es Absicht ist. Ich
selbst kann einfach nicht so blöd sein, dass ich die Zange mitnehme
und den Schlüssel vergesse. Nein, so blöd kann ich nicht sein, will
ich nicht sein,... es muss das Fahrrad sein.
Ob es heute noch da steht? Bekomme ich eine zweite Chance? Oder ist es
fremd gegangen? Ich befürchte das Schlimmste und beginne einen
generellen Hass auf Fahrräder zu entwickeln.
Aber manchmal, manchmal habe ich das Gefühl es liegt an mir. Manchmal,
wenn z.B. die Nachtschwester mich als Apraktiker bezeichnet, dann
denke ich, ich brauche Hilfe.
Aber ach, was soll ich mir Gedanken machen. Solange mich meine Füße
noch tragen. Und ich mir kein Auto kaufe.
Posted at: 09:48 |
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Fri, 03 Nov 2006
Der letzte Vorhang

Kann mir jemand erklären, warum ich das ein Jahr lang gemacht habe?
Bin ich mit meinem Einzug in die Hansestadt irgendwie unbemerkt zum
Exhibitionisten geworden? Bloggen für sich genommen ist ja schon
schlimm genug. Aber darüber hinaus in einer Erdgeschosswohnung zu
leben und bewusst keine Gardinen anzubringen.
Natürlich, ich habe Erkenntnisse gewonnen. Ich kann ganz wunderbar
nachvollziehen, warum sich die eine oder andere Oma mit ihrem Kissen
in das Fenster lehnt. Die Integration in die Nachbarschaft passiert da
quasi wie von selbst. Mittlerweile grüße ich eine ganze Reihe Leute
aus den umliegenden Häusern nur vom Sehen und Gesehen werden. Ganz
besonders gerne die Nachbarin aus Nummer 14, die eine ganze Weile
jeden Morgen an meinem Fenster vorbei gejoggt ist und die ... aber das
gehört nicht hier her.
Auch die Bandbreite der Reaktionen, wenn jemand in mein Fenster hinein
stiert, fasziniert. Von "Wenn er da schon sitzt, kann ich auch gucken"
bis zu "Oh Gott, oh Gott, er hat gesehen, dass ich geguckt
habe.... Ewige Verdammnis!". Frauen, die lächeln und fröhlich
winken. Ja, ja, nur einmal. Aber es will doch erwähnt sein.
Wiegt das den Verzicht auf eine gesicherte Privatsphäre auf?
Kaum dass ich meine Nähmaschine aus dem Schrank geholt habe und dazu
ansetze mir Gardinen zu nähen, erfasst mich ein unerwartetes,
unbändiges Gefühl der Freude. Und mir wird schlagartig klar, dass ich
die Privatsphäre vermisst habe. Warum ich das nicht vorher begriffen
habe, bleibt mir aber ein Rätsel.
Und nun ist er gefallen, der letzte Vorhang. Und ich bin allein. Und
fröhlich.
wohung
gardine
exhibitionismus
Posted at: 22:23 |
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Mon, 30 Oct 2006
Hamburg, Theater: Kurz notiert

Ein paar vermischte Theater-Events der nächsten Tage: Heute Abend gibt
es Impro-Theater von Hidden Shakespeare im Schmidt Theater. Würde ich
super gerne sehen, weil ich die Gruppe selbst noch nicht gesehen habe,
aber eigentlich nur Gutes berichtet wurde. Aber das war dann heute
etwas zu kurzfristig, so dass ich nicht da sein werde.
Donnerstag dann definitiv eine Empfehlung:
ICE CUBE / frozen minds. Das Stück das Jens-Jakob im letzten Jahr im
Rahmen des Eigenarten Festivals gebracht hat, war sehr sehenswert. Es
wird wahrscheinlich auch dieses Jahr wieder visuell aufwändig, einsam
und etwas melancholisch. Karten heute reserviert.
Für Freitag schlummert dann noch das Ticket für Hänsel und Gretel in
meiner Tasche. Da muss ich mich aber erst mal überraschen lassen wie
es wird. Kommentar folgt am Wochenende.
kultur
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theatersport
Posted at: 17:45 |
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Hamburg, Lesung: Die rosa-rote Lesung

Meine Güte war das voll gestern. Kaffee.Satz.Lesen platzte aus allen
Nähten. Gar nicht auszudenken wenn es letzten Monat genau so voll
gewesen wäre. Da bin ich exakt um vier zur einleitenden Musik in die
gemütliche Stube geplatzt. Und bekam den letzten Platz neben einer mir
damals noch völlig unbekannten Dame. Hätte der gleiche Platzmangel wie
gestern geherrscht... Herr Paulsen hätte mich wahrscheinlich wieder
nach draußen in die Kälte schicken müssen. Mit völlig unkalkulierbaren
Schäden für mein Gemütsleben. Kaum auszudenken. Aber das Schicksal war
mir vor einem Monat wohl gesonnen.
Gestern war ich pünktlich. Die Dame neben mir die Gleiche. Nur diesmal
deutlich vertrauter. Und irgendwie hatte Kaffee.Satz.Lesen diesmal
diesen seltsam rosa-roten Touch. Ist das sonst jemandem aufgefallen?
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lesung
Posted at: 17:29 |
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Fri, 27 Oct 2006
Hamburg, Lesung: Kaffee.Satz.Lesen am Sonntag

Ist mal wieder am Sonntag. Nummer 33 oder so. Kann ich mich gerade
nicht daran erinnern. Ist aber auch egal, weil ist ja eh immer
schön. Und es ist auch wieder ganz Hamburg da. Also ich jedenfalls
auch. Und der Merlix halt. Ja und ganz viele, die ich kenne. Eben
Hamburg. Man sieht sich.
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lesung
Posted at: 23:40 |
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Wed, 04 Oct 2006
Hamburg, Lesung: Transit #29

Sie dreht sich zu mir um, lächelt und meint: "Kannst Du Dich daran
erinnern, dass Transit jemals so schön war?"
Ich schüttele den Kopf und verneine. Obwohl ich auch an Tranzyt #28
noch sehr gerne zurück denke, war der gestrige Abend etwas Besonderes.
Als Daniel vor zwei Wochen meinte, er sei noch nicht sicher, ob der
Saal überhaupt fertig werden würde, hatte ich als Bild wohl etwas
anderes im Kopf. "Fertig" bezeichnete gestern Abend eher die Tatsache:
"Wir haben Strom!".
Damit hatte der Saal aber seine ganz eigene Baustellen-Atmosphäre, die
von der gold schimmernden Stehlampe am Leserpult in die Welt von
Transit verwandelt wurde.
Stevan Paul, von dem ich ja eigentlich langsam mal genug haben könnte,
hat sich geschickt als Grieche getarnt und mich so ein weiteres Mal
mit einem seiner Texte zum Lachen gebracht. Wunderbarer Einstieg in
den Abend.
Vera Klocke wird vielleicht nicht gleich jeden verzaubert haben, weil
ihr die Übung im Vorlesen noch gefehlt hat. Aber ein Buch oder Texte
von ihr würde ich jederzeit kaufen, denn für mich traf sie genau den
Punkt, bei dem ich die Augen schließen mußte und traurig werden
durfte.
Dafür konnte ich mich dann weniger mit dem Text von Thomas Pletzinger
anfreunden, wobei ich zugeben mußte, dass er gut war. Und darauf kommt
es schließlich an.
Krönenden Abschluß bildete Saša Stanišić. Der wunderbar einfühlsam
vorgelesen hat. Ich könnte nicht im mindesten beschreiben, was er
eigentlich gemacht hat, um mich so in seinen Bann zu schlagen. Aber
seine Worte haben einen in eine andere Welt transportiert. Ein sehr
schönes Buch, von dem ich mir ein Exemplar mitnehmen musste.
kultur
hamburg
lesung
Posted at: 08:09 |
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Sun, 01 Oct 2006
Hamburg, Lesung: Etwas Magie in Eimsbüttel

Eimsbüttel ist schon ein schöner Stadtteil zum Wohnen. Nur in Sachen
Kultur, Ausgehen und Party ist hier generell weniger los. Immerhin,
das große Hamburg liegt vor der Haustür, man kann sich also nicht
wirklich beklagen. Trotzdem ist es nett, wenn man mit Freunden nur die
Osterstraße runter radeln muss, um mal "vor Ort" etwas Kultur
mitzunehmen.
"8 min. Eimbüttel" ist Poetry Slam im JavaHouse. Der Abend war
einigermaßen fest in Bloggerhänden und weder Herr Paulsen noch Merlix
haben sich wirklich schwer damit getan ihr russisch Brot als
Siegprämie ab zu räumen.
Paulsen hat verdientermaßen mit der Geschichte von Herrn Hansen
gewonnen. Als Zugabe hatte ich das Vergnügen mir die "Originalversion"
des Wellenreiters anhören zu dürfen. Wobei ich es nett fand, dass
Herr Paulsen meinen ersten Leseversuch bei blog:read offensichtlich
nicht ganz so schrecklich fand wie ich selbst im Nachhinein.
Merlix hat nochmal gerockt, wobei seine Zugabe über die Erleuchtung
noch einen Tick schöner war. Und ich weiß jetzt endlich auch, was bei
der Herzdame vorne auf dem T-Shirt steht. Steht drauf, was drin ist.
Mein persönliches Highlight? Hatte eigentlich gar nichts mit der
Lesung zu tun. Sieht so aus als hätte ich vielleicht endlich eine
feste Improtheater-Truppe gefunden, bei der ich noch einsteigen
kann. Da ich schon über mehrere Monate gesucht habe, wäre das ganz
wunderbar. Und so kann ich momentan den Donnerstag gar nicht
abwarten...
kultur
hamburg
poetry_slam
Hamburg-Eimsbüttel_(Stadtteil)
lesung
Posted at: 10:08 |
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Tue, 26 Sep 2006
Haben sie etwas zu verzollen?

Ich stolpere mal wieder in schwitzender Hektik die Treppe
hoch. Sekretariat, hier bin ich richtig. Kurz vorher links in den Raum
rein und ... Hä? Falsches Land? Die kenne ich ja gar nicht. Mist,
wieder verbockt. Es kann doch nicht so schwierig sein sich einen Raum
zu merken. Ich setze fast wieder in den Rückwärtsgang und erhasche im
letzten Moment noch einen Blick auf Anke. Die kenn ich doch. Die
blonde Anke, mit Blümchen-Top und dem Schriftzug "Perfect Love" über
den Busen gedruckt. Hier bin ich doch richtig. Nur die anderen beiden
sind mir unbekannt. Wir scheinen Zuwachs bekommen zu haben. Schweden
erfreut sich offensichtlich ungeahnter Beliebtheit.
Also bewege ich mich wieder in den Raum hinein und platziere mich
neben Anke. Während ich mich um etwas Small Talk bemühe blinzele ich
neidisch auf ihre Kaffeetasse. Irgendwann muss ich mal früher kommen,
dann schaffe ich auch den Kaffee vorher noch. Ob ich vielleicht noch
kurz runter renne, bevor unsere Lehrerin Agnes reinschneit?
Nein, da kommt sie. Abgehetzt, im Mantel, völlig durch den Wind. Sie
strahlte auch schon mal mehr Ruhe aus. Und sofort befinden wir uns im
Profi-Kurs Schwedisch. Sie brabbelt vom Zug aus Bremen, 45 Minuten
Verspätung, Hamburger gefuttert, ihr ist schlecht, sie braucht noch
zwei Minuten. Und stürmt gleich wieder raus. Die zwei Neuen sind
leicht irritiert. Sie hatten hier den Anfängerkurs vermutet. Und die
Bahn-Hamburger-Geschichte war deutlich außerhalb der dreißig Vokabeln
der ersten beiden Stunden.
Nach fünf Minuten rauscht Agnes wieder in den Raum. Zustand
unverändert und die fahrigen Bewegungen an der Stirn deuten eine
Migräne an. Sie platziert Wasserflasche, Glas und Aspirin schon mal
auf dem Tisch und entledigt sich dann ihres Mantels. Immerhin kann sie
noch fröhlich auf Schwedisch daher plappern und textet Anke und mich
mit Sätzen zu, die unsere volle Aufmerksamkeit erfordern und an
manchen Stellen zum Ratespiel verkommen.
Dann endlich die Gelegenheit für die beiden Neuen sich mal
vorzustellen. Ellen neben mir hat schon reichlich große Augen bekommen
aber Agnes meint fürsorglich, dass sie sich nicht zu fürchten
bräuchte. Das sei wirklich ein Anfänger-Kurs. Nein, Ellen beteuert, sie
hätte auch noch keine Angst.
Zeit für Rudolf in den Raum zu platzen. Leicht erhitzt, mit roten
Bäckchen. Schaut sich hektisch nach einem Platz um und läßt sich
zielgenau zwischen die beiden Neuen fallen. Da sitzt er gut und
entwickelt noch mehr Hitze. Agnes fordert ihn auch gleich auf, sich
mal mit den beiden Damen bekannt zu machen. Fröhlich strahlend kramt
er die Grundkonversation hervor: "Hej! Jag heter Rudolf. Vad heter
du?" Die neue Nr. 2 kontert mit "Jag heter Anna" und erobert so
souverän den Status eines vollwertigen Kursmitgliedes.
Anke bekommt das Vergügen Ellen weiter zu interviewen und stößt
zielsicher auf die persönliche Ebene vor: "Är du gift?" Ich fand es
extrem praktisch gleich nach der ersten Stunde in der Lage zu sein den
Ehestatus zu verifizieren. "Läuft bei dir noch was oder schon vor
Anker?" Ellen zieht sich dank Unwissen aber geschickt aus der
Heirats-Affäre und weitere Erklärungen erübrigen sich, da Ralf in dem
Moment pünktlich eine Viertelstunde zu spät kommt und das heitere
Beziehungsraten unterbricht.
Ralf ist lågom. Also so lala. Jetzt nicht menschlich, sondern vom
Gemütszustand her. Auf die Frage ob es ihm gut geht - "Hur mår du?" -
antwortet er exakt und präzise mit "Ja, jag mår." In der Normalform
des Satzes würde da noch ein "bra" für gut oder ein "dålig" für
schlecht dran hängen. Aber Ralf liebt diese undefinierten
Schwebezustände. Letzte Stunde haben wir nach der Kombi
Agnes: "Är du gift?"
Ralf: "Ja, jag är gift."
Agnes: "Är du lycklig?"
Ralf: "Äh, Ehe, ... hm, ... glücklich, ... hm, ... naja ..."
eben das Wort lågom gelernt. So lala.
Und damit sind wir, abgesehen von Judy, wohl erst mal vollzählig. Judy
schaut diese Woche in England nach dem Rechten und wird uns erst
nächstes Mal wieder beehren.
Agnes zieht uns trotz Migräne durch ein Powerprogram der schwedischen
Grundlagen und hinterläßt uns damit wenigstens genauso erschöpft, wie
sie uns zu Beginn des Kurses erschien.
Das Wort des Tages? "Vertulla". Verzollen. Schnaps, was sonst. Ich
habe den Eindruck der Kurs bleibt praxisnah.
Und warum Anna als Abdeckerin Schwedisch lernt erzähle ich dann
nächstes Mal. Jetzt muß ich erst mal ein paar Vokabeln lernen.
Schweden
Ehe
Sprachkurs
Posted at: 21:40 |
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Tue, 15 Aug 2006
In der Junkie-Falle

Nachts, drei. Hamburg. Klar, Reeperbahn. Letzte Ladung Esso
tanken. Um die Ecke biegen und ....
... gefangen werden. Kleine Motte, dem Licht entgegen. Ab in die
Junkie-Endabsteige. Portal zum nächsten Level. Laue Sommernacht. Ab
auf die Bretter. Liegen, rot, blau, grün spacen.
Ist noch Diesseits? Oder eine Stufe weiter? Der Märchenmann
materialisiert. Zehn Begriffe für unser Schicksal nach dem letzten
Joint. Wir folgen dem Weg ins böse Buch. Gleiten durch den Elbtunnel
in fremde Realitäten.
Ich bin auf Abwegen. Virtual Insanity. Virtuell egal. Hauptsache
insane. Auf psychedelischen Umwegen.
Wieder eingefangen vom Märchenmann. Dem schwulen Katholiken. Dem
katholischen Punk. Der punkige Schwule. Der Mann kennt mehr Kongo als
Angie. Kongo ist größer als Europa.
Der Märchenmann wird erster schwuler Bundeskanzler und wir sind einen
Level weiter.
Reeperbahn? Psychedelic pur.
Hamburg
Reeperbahn
Märchen
Rausch
Vattenfall
Jamiroquai
Posted at: 22:56 |
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Fri, 04 Aug 2006
Hamburg, Konzert: Kante bei Michelle Records

Kann mir mal jemand verraten, warum Kante immer noch größtenteils
unbekannt ist? Die Musik ist klasse, die Texte ebenfalls, der Gesang
stimmt, was will man denn mehr?
Immerhin, Michelle Records war gerammelt voll und deutlich überhitzt.
Allerdings zu eng zum Abrocken. Dafür bleibt dann nur das
Übel & Gefährlich - da kommt Kante nochmal am 29.9. vorbei.

Auf jeden Fall war das Konzert im Schaufenster des Plattenladens
extrem gut und bot eine ungewohnte Atmosphäre. Hat Spaß gemacht. Der
Sänger (Peter Thiessen) hat es eigentlich am besten gesagt:
"Wenn ihr Gras dabei habt, dann baut Euch jetzt einen und spaced Euch
weg zu der guten Musik."
Konzert
Musik
Kante_(Band)
Posted at: 22:34 |
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Fri, 28 Jul 2006
Hamburg, Theater: Die Hochzeit des Figaro

Sicherlich eine der schönsten Theaterbühnen des Hamburger Sommers: Der
Wohlers Park. Man hockt sich mit seiner Flasche Wein irgendwo auf den Boden
zwischen den hundert restlichen Zuschauern und genießt die Komödie,
die sich zwischen den Bäumen des Parks entfaltet.
Wenn man ehrlich ist, sind zwar weder das Stück an sich, noch der
Gesang wirklich hunderprozentig, aber die schauspielerische Leistung
war grandios. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Vorstellung nichts
kostet und gegen Ende nur um eine Spende gebeten wird. Das
"Bühnenbild" zwischen den Bäumen hat die romantische Stimmung
wunderbar unterstützt und so kann ich nur jedem Hamburger oder
Zugereisten empfehlen hier einen sehr entspannten und unterhaltsamen
Abend zu genießen.
kultur
hamburg
theater
Wohlers_Park
Die_Hochzeit_des_Figaro
Posted at: 20:10 |
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Mon, 24 Jul 2006
Hamburg, Theater und Lesung: Freiluft-Kultur
Im Sommer ist das kulturelle Angebot ja deutlich reduziert, denn wer
will schon Abends in einem stickigen Kino oder überhitzten Theater
sitzen. Dann doch lieber mit einem kühlen Bier an Elbe oder Alster den
Sonnenuntergang genießen.
Ab und zu lässt sich aber auch beides kombinieren. Zum Beispiel am
Sonntag bei Poets on a Beach am lauschigen Elbstrand. Oder auch bei
den Elfen im Park, die leider auf ihrer Homepage die aktuellen Termine
nicht erwähnen. Aber laut taz dreht sich seit letzter Woche jeweils
Donnerstags und Freitags im Wohlers Park alles um Mozart (bis zum
13.8.).
Kostet übrigens beides nichts.
kultur
hamburg
theater
Wohlers_Park
autorenlesung
övelgönne
Posted at: 20:52 |
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Sun, 16 Jul 2006
Teufel los im Millerntor-Stadion
Da dachte ich jetzt, ich könnte mich mal ein wenig auf St.Pauli
einstimmen und mir wenigstens das Stadion ansehen. Vielleicht würde
mich das ja motivieren mir in der nächsten Saison ein Spiel anzusehen.
Gut, es ging ja eigentlich nur um Open-Air-Kino. Und dazu noch Tendenz
Frauen-Film: "Sommer vorm Balkon". Aber der Film ist schließlich
gut. Außerdem wurde mir letztes Wochenende zufälligerweise der
Original-Balkon gezeigt. Inklusive Apotheke. Und da hätte ich ja dann
schon mal ein positives Ereignis mit dem Stadion verbinden können.
So saßen wir dann um zehn gespannt auf unseren Plätzen.
22:00
...bla ... bla ... möchte sie begrüßen zu den Filmnächten am
Millerntor ... bla ... bla ... Tschüss! ... Äh, nein, ... Viel Spaß!
22:10
Ich hab's gleich, dauert nur noch fünf Minuten.
22:25
Wir haben leider ein technisches Problem mit dem Projektor, dauert
nur noch fünf Minuten.
22:40
Dem Ingenieur ist nichts zu schwör... bitte gehen sie noch nicht. Ich
hab's gleich.
22:55
Ja, tut mir leid, wir haben immer noch ein Problem mit dem
Projektor. Soweit ist jetzt eigentlich alles ok, aber ich brauche
noch eine Schraube. Dann dauert es nur zwei Minuten und es kann
losgehen.
23:15
Wir stehen in der Schlange nach draußen, lassen uns unser Geld wieder
zurück geben. In dem Moment rennt jemand mit einer kompletten
Filmspule an uns vorbei. Als wir wieder auf dem Fahrrad saßen lief der
Film dann hinter uns an.
Das war ja mal eine wirklich tolle Verarsche. Von wegen Schraube. Die
fehlte höchstens beim Ingenör. Also Millerntor-Stadion erst mal
negativ besetzt.
kino
open_air
Millerntor-Stadion
balkon
Posted at: 23:15 |
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Fri, 30 Jun 2006
Plönck
Ein menschlicher Schädel der unvermittelt auf den Holzfußboden
knallt. Sofort flutet Licht den Saal, Sanitäter eilen schnellen
Schrittes herbei. Hunderte Gesichter suchen irritierten Blickes die
Person, die am Boden liegt. Mitgefühl schwängert die Luft.
Auf der Bühne die beiden Schauspieler. Herausgerissen aus der von
ihnen geschaffenen Welt. Hilflos, erschüttert, bleibt nichts als
Warten. Bis die Ärzte kurz darauf nicken, den stabilen Zustand
signalisieren und der Patient wieder sitzt. Offensichtlich
unbeschadet.
Benedikt und Beatrice verharren in Anspannung, die sich nicht
löst. Zweifelnden Blickes, zögerlich fragend:
"Ist alles in Ordnung?"
Es wird genickt, bejaht. Benedikt ringt nach Fassung, versucht aus
Spannung, Nervosität und Konzentration zur Ruhe zu kommen, murmelt:
"Vielleicht ist er nur eingeschlafen."
Die unfreiwillige Komik löst den Knoten. Er schüttelt die
Irritation ab, sucht den Fokus und den Faden:
"Wo war ich? Ich war gerade beim Sterben..."
Das sprengt den Knoten vollends. Beatrice und Benedikt blicken sich in
die Augen, müssen unfreiwillig lachen und ihre verkrampften Körper
lösen sich sichtbar. Sie geben sich kurz Halt, umarmen sich, nehmen
Kraft vom jeweils anderen.
Und fahren fort. Besiegeln endgültig Benedikts blutiges Schicksal.
theater
hamburg
Thalia_Theater
Posted at: 21:00 |
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Mon, 19 Jun 2006
Bei Axel Brauns auf dem Sofa
Den Namen Axel Brauns habe ich das erste Mal vor drei Monaten
gehört. Als Namen eines Hamburger Filmregisseurs der besonderen
Sorte. Die Geschichte konnte ich mir merken, den Namen nicht.
Als ich vor drei Wochen die Plätze für die Wohnzimmerlesung reserviert
habe, fiel der Name ein zweites Mal. Und zwar als Spender des
Wohnzimmers. Ich notierte den Namen bar jeglicher Assoziation. Der
kleine Zettel gammelte seitdem friedlich auf meinem Schreibtisch vor
sich hin.
Am Samstag animierte mich die Notiz dann aber dazu nachzusehen, ob
denn der Mensch mit dem Wohnzimmer auch irgendwie literarisch aktiv
sei. Google führte wie üblich in zwei Schritten zum Ziel.
Ein Autist, der mit seiner Biografie in der Spiegel-Bestseller Liste
landet und derzeit als Regisseur arbeitet. Der eine völlig wildfremde
Horde Leute für eine Lesung in sein Wohnzimmer einlädt!? Ich war mehr
als fasziniert.
Zuerst landete seine Autobiografie auf meiner Wunschliste bei Amazon,
nur um dann kurze Zeit wieder gelöscht zu werden, da ich noch ein
letzes Exemplar in der Buchhandlung fand. Die Zugfahrt am Sonntag
wurde vollständig durch "Buntschatten und Fledermäuse"
ausgefüllt. Eine wunderbare Lektüre. Die Geschichte ist bewegend und
sprachlich ist das Buch eine kleine Schatztruhe in der ich einige
Sätze gefunden habe, die mich glücklich gemacht haben.
Es wäre natürlich auch ohne diesen Hintergrund faszinierend gewesen
an einer fremden Tür zu klingeln, die Treppe bis zum obersten Stock zu
erklimmen und das unbekannte Wohnzimmer zu betreten.
Eine Lesung, bei der fünfzehn Leute gemütlich beieinander sitzen, die
zwei Autoren (Benjamin Maack und Friederike Trudzinski) auf dem Sofa
vor einem. Man fühlt sich wie unter Freunden.

links: Benjamin Maack, rechts: Friederike Trudzinski
Allerdings bin ich vermutlich etwas zu weit gegangen als ich
Friederike gefragt habe, ob diese Sofa-Situation der Standard
sei. Irgendwie harmonierten die beiden so gut und manchmal bin ich
offensichtlich ein neugieriger Mensch.
Benjamin hat uns mit sehr abwechslungsreichen Kurzgeschichten verwöhnt
und durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt. Der tragische Tod
eines Baby-Igels traf einige der Zuhörer doch etwas härter und auf die
Frage, warum es denn kein Happy End gegeben hätte, entwarf er
kurzerhand und wortgewandt eine goldene Zukunft im Igel-Himmel. Er
wäre gut beim Improvisieren auf der Bühne.
Friederike scheint durch die zwei Schwestern und ihre eigene
Perspektive mehr als nur einen tiefen Einblick in die weibliche Psyche
bekommen zu haben. Ihre Texte waren messerscharfe Bilder weiblicher
Eigenarten, gewürzt mit einer guten Prise Selbstironie und einem sehr
melancholischen Gefühl der Isolation. Der Stil hat mich derart
fasziniert, dass ich bei ihrem Buch nicht Nein sagen konnte. Dazu hat
sie noch perfekt vorgelesen. Ich war überrascht, dass sie keinerlei
Training dafür absolviert hat. Sie verwies nur auf die Notwendigkeit
sich bei zwei Schwestern durchsetzen zu müssen.
Axel Brauns hatte sich während der Lesung zur Sicherheit hinter seinem
Schreibtisch und den Getränken verschanzt. Aber er beteiligte sich
lebhaft an den Gesprächen. Hoffentlich hat ihm die Lesung genauso viel
Freude bereitet wie uns.
Wie meinte Trixie kurz und präzise, als die Tür hinter uns wieder ins
Schloß fiel:
"Scharf!"
hamburg
lesung
wohnzimmer
altonale
gemütlich
axel_brauns
Posted at: 23:54 |
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Thu, 15 Jun 2006
Vorfreude
Wohnzimmerlesung. Hat schon vom Namen her etwas
Faszinierendes. Einfach mal bei fremden Leuten das Wohnzimmer
besetzen, den mitgebrachten Wein entkorken und sich von Profis etwas
vorlesen lassen. Kann es viel gemütlicher werden?
Am Sonntag lesen jedenfalls Benjamin Maack und Friederike Trudzinski
in einem geheimen Wohnzimmer. Und die Vorfreude hat mich schon
erfasst.
hamburg
lesung
wohnzimmer
altonale
wein
gemütlich
Posted at: 00:05 |
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Wed, 07 Jun 2006
Tranzyt #28

links: Katja Danowski, rechts: Wojciech Kuczok
Schon alleine das alte Karstadt-Gebäude mit der Hansepol-Ausstellung
wäre wohl einen Besuch wert gewesen. Vor der Lesung blieb noch ein
wenig Zeit die verschiedenen Kunstobjekte - nun ja - sagen wir mal
wahrzunehmen. Einiges war recht interessant, wobei ich den
Harakiri-Hasen zugegebenermaßen nur aus rein voyeuristischen Gründen
abgelichtet habe.
Für die eigentliche Lesung durfte man in einer extra eingerichteten
Wohnzimmerecke in der alten Verkaufshalle Platz nehmen. Sehr
gemütliches Ambiente. Im Ohrensessel zurück lehnen und der polnischen
Volksmusik aus einer anderen Zeit lauschen.
Daniel Beskos hatte mit seiner Moderation zwar einige Schwierigkeiten
Brücken zwischen Polen und Deutschland zu bauen, aber das hatte ganz
unbestreitbar seinen eigenen Charme.
Der erste Autor, Michael Weins, klärte so zum Beispiel direkt zu
Beginn, nie mehr als Urlaub in Polen gemacht zu haben und raubte der
Moderation jegliche Chance die vorbereiteten Fragen anzubringen. Dafür
lieferte er aber danach eine wunderbar traurige Geschichte
fehlgeschlagener deutsch-polnischer Kommunikation.
Artur Becker folgte mit der Feststellung, dass ihm nach 21 Jahren
Kosmopoliten-Daseins in Deutschland leider auch fast jeglicher Bezug
zum heutigen Polen fehlen würde. Daniel blieb auch nicht mehr viel
übrig als das nickend zur Kenntnis zu nehmen und zu dem Buch "Die Zeit
der Stinte" überzuleiten. Das liegt jetzt übrigens auf meinem
Schreibtisch. Muss ich also noch erwähnen, dass es mir gefallen hat?
Die beiden nächsten Autoren, Wojciech Kuczok und Dorota Maslowska,
lieferten als Polen zwar den direkten Bezug zu unserem östlichen
Nachbarn, aber sie stellten Daniel Besko auf keine geringere
Probe. Die deutsche Übersetzung beider Texte wurde von Katja Danowski
vorgelesen und so bestand die Aufgabe der eigentlichen Autoren nur in
stoischem Dabei-Sitzen. Das führte zu einigen verlegenen Fragen, ob
das denn okay wäre und der kurzen Ankündigung, "Dorota würde sich
einfach gerne nur hier hinsetzen und eine Zigarette rauchen." Und wenn
es auch eine gewisse unfreiwillige Komik hatte, passte es perfekt in
die Stimmung.
Ganz großes Kompliment an Katja Danowski. Es hat etwas Faszinierendes
wenn Literatur von einer professionellen Schauspielerin vertont
wird. Besonders beim Text von Wojciech Kuczok liefen einem Schauer
über den Rücken. Wobei ich wahrscheinlich Text-unabhängig an ihren
Lippen gehangen hätte. So etwas nennt man dann wohl Bühnenpräsenz.
Wunderbarer Abend.
hamburg
lesung
transit
tranzyt
hansepol
Posted at: 10:27 |
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