auf.kante
Gunnar macht sich selbststaendig und fliegt auf
die Schnauze
wird erfolgreich. Wer mag darf zuschauen.
Gunnar is starting his business. He will certainly
fail succeed. You may watch.
auf.kante

Wed, 07 Feb 2007

British sun

Nein, das haben sie schon nett gemacht. Die Briten. Das mit dem Wetter. Anfang Februar auf der Insel, die nicht gerade für ihre sonnigen Strände berühmt ist. Ich gebe zu, dass ich etwas Nebel erwartet hatte.

Extra für uns hat aber der höfliche Brite für himmlisch wolkenfreies Wetter gesorgt. Und das fast ein ganzes Wochenende lang. Da will man ja nicht meckern.

Gut, die Queen mochte uns nicht wirklich persönlich begrüßen. Aber das habe ich ihr noch so gerade durchgehen lassen. Schließlich haben wir the queen schon die Woche vorher gesehen. Da will man nicht meckern.

Und ehrlich gesagt war es mir dann ja doch lieber mit dem lieben Felix durch Cambridge zu spazieren. Hach, ein sonniges Wochenende. Genau was ich gebraucht habe.

Fri, 02 Feb 2007

Grummel...

Ich bitte darum, diese Woche zu streichen. Das war ja mal gar nix. Die fing mit Migräne and und hörte unproduktiv auf. Zwischendrin auch nicht richtig was gepackt.

So und ich fahr jetzt auf die Insel, besuche die Queen und geb mir im Pub die Kante. Genau, saufen kann ich auch auf Kante.

Tschö... auf das die nächste Woche mich mehr bereichert.

Sat, 13 Jan 2007

Der kühle Norden

Nun bin ich eigentlich schon eine Weile aus dem hohen Norden zurück. Schön war es. Gemütlich war es. Aber das Nordlicht habe ich vermisst.

Kalt war es. Geschneit hat es nicht. Lassen wir das Thema. Das Wetter ist ja momentan sowie in aller Munde.

Da oben Internet zu bekommen ist wie in der Steinzeit. Gutes altes Modem und ein unzuverlässiger Provider. Kinders, wenn ich an die Zeit vor dreizehn Jahren zurückdenke. Was man da noch alles ausgehalten hat.

Egal, ich bin froh wieder an meinem Datenhighway zu sitzen. Nur die Zeit zum Bloggen habe ich irgendwo zwischen der Vorweihnachtszeit und der Rückkehr verloren. Ich entwickle mich zum vollständigen Sonntagsblogger.

Sat, 23 Dec 2006

Bin dann mal weg

Bis in das neue Jahr im hohen Norden. Ein bisschen frische Luft schnuppern, mein Wissen weiter in Schriftform bringen, Tee trinken und lesen.

Wünsche fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

P.S.: Weihnachten schon vorbei, aber bis man hier oben in der Wildnis den Zugang ins Internet gefunden hat dauert es halt etwas.

Sat, 04 Nov 2006

Andere Zeit

Als mir dieses Foto von Dir in die Hände fällt halte ich inne. Es ist eines der Fotos, die ich liebe. Du schaust mich nicht an, aber Du lächelst. Scheinst ein wenig zufrieden mit Dir und der Welt. Wir sind irgendwo an der Westküste. Im Fenster nichts als Nebel und wir beide beim Kaffee. Alter Holztisch, frische Blumen und einige Bilder in Deinem Rücken. Ich kann mich nicht daran erinnern wo wir dort sind. Es spielt keine Rolle. Was zählt ist dieses Lächeln auf Deinen Lippen.

Als ich Dich das letzte Mal umarmt habe, hat Dein Körper gezittert. Wir haben geweint. Du hast mich angesehen und gesagt: "Ich werde mich bessern." Und ich habe diese Welt verflucht.

Fri, 27 Oct 2006

Pisa

Als ich noch in der Schule war, gab es keine Pisa-Studie. Kann ich mir also immer einreden, dass bei uns damals noch alles in Ordnung war. Und ich ja noch eine gute Schulbildung bekommen habe. Hätte bekommen können. Und dann gibt es diese Momente, in denen ich mir nicht ganz so sicher bin.

Wie jetzt. Wenn ich entspannt im Bummelzug gen Ostsee sitze. Naja, eben nicht ganz entspannt. Denn immerhin habe ich es geschafft das Niedersachsen-Ticket zu lösen. Nun ist Lübeck aber nicht gerade Niedersachsen. Das nennt sich dann schon eher Schleswig-Holstein. Und da bräuchte man dann - oh Wunder - das Schleswig-Holstein-Ticket.

Aber ich hatte eine gute Schulbildung. Hätte haben können.

Thu, 12 Oct 2006

"Apprendre une langue étrangère"

Als ich diese Worte nieder schreibe, muss ich lächeln. Wann habe ich damals meine ersten französischen Vokabeln gelernt? Es muss so um diese Zeit herum vor genau zehn Jahren gewesen sein.

Ich hatte kein Französisch in der Schule. Damals traf man Ende der sechsten Klasse noch die schwer wiegende Entscheidung für das Leben: Latein oder Französisch? Sah man für sich den naturwissenschaftlichen Pfad voraus oder plante sich in philosophische Höhen zu katapultieren, dann musste man Lateiner werden. Sonst durfte es auch gerne eine lebendige, nützliche Sprache sein. In der man sich ernsthaft unterhalten kann.

Wie häufig bei wichtigen Entscheidungen, die einfach zu früh getroffen werden, habe auch ich mich völlig falsch entschieden. Mir war schon damals klar, dass ich irgendwann mal in die Naturwissenschaften reinrutschen würde. Wenn also etwas aus mir werden sollte, dann musste ich mich vom toten Dunst der lateinischen Sprache durchdringen lassen und alles Notwendige in mich aufsaugen, um das Latinum zu erlangen. Völliger Blödsinn.

Oh ja, Naturwissenschaftler bin ich geworden. Zumindest bis ich davon die Schnauze voll hatte. Aber Latein?

Wenn das Problem nur gewesen wäre, dass ich schon ein Jahr nach der letzten Unterrichtsstunde keinen blassen Schimmer mehr davon hatte dort überhaupt je etwas gelernt zu haben. Mir ist auch heute nicht klar, wie man sechs Jahre Unterricht so gnadenlos vergessen kann. Nein, das hätte ich abgehakt und nicht weiter darüber nachgedacht.

Dass Problem kam mit dem Vordiplom. Wer schon einmal in Bochum studiert hat, kennt das Gefühl, doch lieber irgendwo anders studieren zu wollen. Nichts gegen die architektonische Effizienz von Betonlandschaften aus einem Guß. Aber darin leben? Arbeiten? Studieren? Nein, es kommt der Zeitpunkt an dem man gehen muss. Und der war nach zwei Jahren erreicht.

Frankreich.

Von wegen Frankreich. Ich habe meine Freundin damals angelächelt und ihr liebevoll klargemacht, dass ich bestimmt nicht nach Frankreich gehe. Vielleicht habe ich mir dabei ein wenig an den Kopf getippt und mit den Augen gerollt, um den Worten den nötigen, liebevollen Nachdruck zu verleihen.

Strasbourg.

Ja klar, Strasbourg. Ich komme mal mit. Gucke mir die Uni da unten an. Aber mehr als ein nettes Wochenende mit Sightseeing wird das nicht. Kulturell sicherlich wertvoll.

Gott, was war ich erleichtert als sich die erste Schule, die sich nur mit organischer Chemie beschäftigte, auch in den Augen meiner Freundin nichts war. Auf dem Programm stand noch irgendeine zweite Uni, die Biotechnologie anbot. Vielleicht auch etwas für uns Biochemiker, aber ging es da nicht nur ums Bier brauen? Mir war klar, dass ich nicht wirklich einen Gedanken daran verschwenden musste und konzentrierte mich stattdessen auf den schönen Strasbourger Münster.

Die Schule am südlichen Rand der Stadt sah zwar nett aus, aber Biotechnologie? Meine Freundin war interessiert, aber ich brauchte nur einen Blick auf die angebotenen Themen zu werfen: "Mischen und Rühren? Willst du mich verarschen?"

Nein, keine zehn Pferde und nicht mal zehn hübsche Französinnen hätten mich nach Strasbourg verfrachten können. Die sprechen Ausländisch. Lehren über Mixer. Und ich bin weder sprachbegabt noch rührbegeistert. Und mir war sogar egal ob Mixér auf Französisch irgendwie besonders sexy klingen könnte. Das war kompletter Humbug.

Ich weiß nicht was mich dazu bewogen hat, mich breitschlagen zu lassen, ebenfalls eine Bewerbung hin zu schicken. Ich saß sowieso gerade im Bewerbungskarusell und es schien mir ein netter Gefallen zu sein. Oder so.

Und wir wurden eingeladen. Bewerbungsgespräch mit zwanzig Leuten in Freiburg. Die Hälfte von uns würde genommen werden.

Ich gebe zu, ich fand das Ganze amüsant. Ich war nicht ansatzweise aufgeregt und hielt es für einen netten Spaß. Ich konnte sehr relaxt dabei zusehen wie eine Horde nervöser Leute völlig aufgelöst um mich herumwuselte und versuchte nebenbei die Nervosität meiner Freundin zu bremsen. Letzteres ist mir damals natürlich misslungen, wie mir das auch vor jeder Klausur misslang. Aber das ist eine andere Geschichte.

Was habe ich denen erzählt? Dass ich vorher noch Kurse in Französisch machen würde. Irgend etwas Crash-mäßiges. Ich bin ja so motiviert. Das geht einem wahnsinnig leicht von den Lippen, wenn man es nicht ernst meint. Und die Professoren waren super nett, fast fürsorglich, meinten, ich solle mir da mal keine Sorgen machen. Sie hätten schon mal jemanden gehabt, der kaum Französisch konnte und der hätte das dann auch irgendwie gepackt. Und ich nickte. Einfach nicken. Ich bin ja so motiviert. Ich packe das. Ganz klar. Noch ein bisschen über Gentomaten erzählt und schon ist das belanglose Geplänkel vorbei.

Was den restlichen Nachmittag passiert ist, begreife ich bis heute nicht. Rückblickend verwundert es mich immer noch. Ich habe mich nur ein wenig mit den anderen Bewerbern unterhalten und dabei festgestellt, dass die alle super nett waren. Gar kein Vergleich zu Bochum. In Bochum wurden Matrikelnummern gesammelt, damit man genau wußte, wer in den Klausuren besser war als man selbst und man nicht immer nur mit dieser unpersönlichen Nummer konfrontiert war. Ein Verhalten, bei dem mir auch heute noch die Galle hochkommt. Und die Jungs und Mädels da unten in Freiburg an diesem sonnigen Nachmittag, die waren anders. Offen, freundlich, interessiert und nett.

Dass sowohl meine Freundin als auch meine Wenigkeit unter den zehn ausgewählten Studenten waren, quittierte ich anfangs noch mit einem kurzen Lächeln ohne mir wirklich etwas dabei zu denken.

Aber an den Moment während der Rückfahrt, im alten silbergrauen Volvo meiner Eltern, kann ich mich noch ganz genau erinnern. Als meine Finger nach einer langen, schweigsamen Pause auf das schwarze Plastik des Lenkrads trommeln, ich mich lächelnd zu meiner Freundin umdrehe und völlig gelöst sage: "Ich mach das." Und sie nickt.

Einige Monate später saß ich dann völlig nervös und aufgelöst vor meiner Französisch-Lehrerin, habe sie mit großen Augen angeguckt, nichts verstanden und langsam angefangen meine ersten französischen Vokabeln zu lernen.

Fri, 01 Sep 2006

Man gebe mir ein Pferd

Hm, auch schon wieder zwei Wochen her...

Es führt kein Weg dran vorbei: Die Tatsache, dass man von Hamburg mit dem Zug in eineinhalb Stunden in Berlin ist, setzt nun mal gewisse Maßstäbe. Ich kann es nicht ändern, aber wenn ich nach Nordholz an der Nordsee fahre und für diese Strecke das Doppelte an Zeit benötige, dann habe ich immer das Gefühl, dass ich eigentlich auch in mittelalterlicher Manier zu hohem Roß reiten könnte. Es würde einfach deutlich mehr Spaß machen.

Nur fehlt mir das Pferd. Und aus diesem Grunde bleibt nur das vertraute Rot des Regional-Express der deutschen Bahn. Der Pony-Express der Moderne. Immerhin sieht man landschaftlich ähnlich viel, als wäre man naturverbunden unterwegs. Wenn ich zwischendurch einen romantisierten Zustand erreiche, kann ich auch das Fenster aufmachen, mich in den Fahrtwind setzen, die Augen schließen und das Ruckeln des Gefährts zum Erzittern der Muskeln eines schwarzen Hengstes umdeuten. Gerade heute hilft dabei die Tatsache, dass die Federung meines Sitzes im Eimer ist.

Das Weg im Sattel würde direkt nach Nordholz führen, aber die Bahn zwingt mich zum Aufenthalt im verschlafenen Cuxhaven. Für das kleine rote Gefährt der Bahn ist dort Endstation und für mich fühlt es sich auch so an, als ob man eigentlich am Ende sei. Heute fährt nicht mal mehr der kleine Regionalwaggon und ich bin zur Weiterfahrt im Bus verdammt.

Als der Busfahrer mich fragt, wohin ich denn in Nordholz wolle, muss ich lachen. Ich wußte nicht, dass ich da auch noch Auswahl habe. Nordholz fand ich eigentlich in seiner Dimension recht klar umrissen, so dass eine weitere Angabe nicht zwingend erforderlich schien.

Nun gut, wir laufen im Zielgebiet ein. Zeit diesen neumodischen Firlefanz runter zu fahren, nochmal verträumt an den schwarzen Hengst zu denken und dann Nordseeluft zu schnuppern.

Tue, 29 Aug 2006

Nachtrag

Check-In Rückflug:

"Oh, this has 14 kg. Do you have a laptop in there?"

"Yes"

"Can you take it out?"

"Sure"

"See, now it's 10 kg. You can have both pieces as hand luggage. Here is your boarding card. Have a nice flight."

Die Schweden sind halt doch die gemütlicheren Menschen.

Thu, 24 Aug 2006

Nachgedacht

Natürlich hätte ich mir das Kleingedruckte bei Ryan Air vorher durchlesen sollen. Hätte. Sollen. Aber wer klickt schon einmal zu wenig als lieber ein-, zweimal zu viel. Warnungen und Informationen, die das Leben vereinfachen könnten, verschwinden so im elektronischen Nirvana.

Nun stehe ich hier. Auge in Auge mit einer bissigen Stewardess.

"Nein, das geht so nicht! Das müssen sie aufgeben!"

So, muss ich das?

Ja, ich muss. Ich brauche wohl kaum hellseherische Fähigkeiten, um den Schwingungen, die mir hier entgegen wallen zu entnehmen, dass die Dame heute nicht den besten Tag hat. Vielleicht auch nur mal wieder keinen Guten in der üblichen Aneinanderreihung beschissener Tage. Wer will das schon wissen.

Fakt ist: Ich muss hektisch umpacken. Wie in solchen Situationen üblich, bestimmt eine klare, bestechende Logik mein Handeln. Panikartig, hastig krame ich in meiner fett gepackten Tasche. Födere zutage, was mein Hirn mir als zwingend erforderlich für die eine Stunde Flug diktiert. Fünf Jonglierbälle.

Natürlich kann ich an diese Tatsache keinen zweiten Gedanken verschwenden. Schließlich muss ich mein wertvolles Reisegut noch notdürftig gegen die rauhen Hände des Flughafenpersonals wappnen. Zwei, drei rasche Handgriffe. Krams und kleine Beutel werden umgepackt, und dann presse ich meinen Daumen in die Klingen meines Naßrasiers. Dank erstklassiger Gilette Qualität ist der Vorgang schmerzfrei, aber ich blute jetzt in Sekundenschnelle meine Tasche voll.

Ich stecke mir den Daumen in den Mund und wende mich meiner Stewardess zu. Sie schaut mich trotz meiner bizarren Vorstellung völlig ungerührt an, während ich mir irgendwie zusammen nuschel, ob die Tasche nicht doch irgendwie als Handgepäck durchgeht.

Heute jedoch kein Tag für Gnade, ganz im Gegenteil. Ich muss 7 Euro draufzahlen. Irgendwo da hinten in der Ecke.

"Ihr Beleg. Nächster bitte!"

Links retardiert daumenlutschend, klammert sich die Rechte verzweifelt um fünf Bälle, die Jacke hängt irgendwo an der rechten Schulter rum, das Portmonaie unter der Achsel. Ich eiere leicht irritiert von Checkin-Personal zu Security, nuschel mir was von "Nachbezahlen" durch den Daumen und erreiche irgendwann meinen Zielschalter. Der Mensch hat etwas Mitleid nachdem ich ihm ungelenk 10 Euro auf den Tresen geschmissen habe. Und schickt mich erst mal zur Versorgung mit Pflaster in die Information. Währenddessen macht er meinen Krams fertig.

Wunderbar, eine Sorge weniger. Ich laufe mit deutlich erhöhter Contenance durch den finalen Security-Check. An diesem Punkt setzt das erste Anzeichen von Hirntätigkeit wieder ein und ich muss mich der irritierenden Frage stellen, warum meine rechte Hand fünf Bälle umklammert hält. Diese Frage erörtere ich jedoch nicht mit der Security sondern eile gesenkten Hauptes in die Wartehalle und lasse mich in eine Ecke fallen.

Nachdenklich schenke ich meinem weiß umfassten Daumen einen wehleidige Blick und beginne mir auszumalen, wie ich mich mit fünf Bällen auf diesem Flug selber bespaßen kann. Für die komplette Fünf-Ball-Jonglage wird die Deckenhöhe vermutlich eher nicht ausreichen. Sollte ich meiner Lieblings-Stewardess vom Check-In wieder begegnen, könnte mir selbst das friedliche Jonglieren mit drei Bällen einen bösen Blick einbringen. Was bleibt und auch zur derzeitigen Sicherheitslage passen würde, ist natürlich der Einsatz als tödliches Wurfgeschoss zu terroristischen Zwecken.

Nun bin ich aber ein eher friedlicher Zeitgenosse und vielleicht kaufe ich mir dort drüben einfach diesen netten kleinen Bleistift. Vielleicht einfach zehnmal runter schreiben "Erst nachdenken, dann handeln!". Und ein bisschen gutes altes Paper-Blogging. Damit das auch einsinkt. Und sollte mir die Schreibwut ausgehen, ist so ein Bleistift auch im terroristischen Einsatz nicht zu verachten.

Tue, 22 Aug 2006

Trockenklosett in Schweden

Im Allgemeinen denke ich nicht sonderlich darüber nach welche Google-Suchbegriffe jemand verwendet hat, um eine der von mir betreuten Webseiten zu erreichen. Es ist ein Aspekt unter vielen, der eine Homepage erreichbar macht. Ab und an lässt sich da etwas optimieren. Der Inhalt der Suchbegriffe oder die manchmal haarsträubend absurde Kombination an Wörtern regt sicherlich gelegentlich zu einem Grinsen an, ist dann aber auch schnell wieder vergessen.

Anders ist das beim "Trockenklosett". Oder auch dem besser bekannten Plumpsklo.

Für meine Eltern habe ich vor ein paar Jahren mal Torp4.de aufgebaut. Nachdem sie für die Freunde in Schweden kaum noch Gäste über Zeitungsannoncen vermitteln konnten habe ich diese moderne Variante des Marketings zu Weihnachten aus dem Boden gestampft. Und das funktioniert sogar einigermaßen gut. Mit dem durchaus netten Vorteil für mich, dass ich in Notfällen ein Update der Seite nochmals als Weihnachtsgeschenk unterjubeln kann.

In der gelegentlichen Erfolgskontrolle, also dem Überprüfen der Besucherzahlen, ist mir immer wieder das "Trockenklosett" in den Suchbegriffen aufgefallen. Mit der Frequenz von einmal im Monat suchen Menschen in der großen weiten Welt des Internets nach einem Plumpsklo. Sicherlich nicht zur direkten Bedürfnisbefriedigung. Nein, ungefähr jedes zweites Mal wird spezifisch nach dem Trockenklosett in Schweden gefahndet.

Und da fragt man sich schon, ob das eine Marktlücke ist und man damit potentielle Feriengäste anspricht. Gibt es diese typische naturverbundene deutsche Öko-Familie?

"Ach Schatz, lass uns doch dieses Jahr mal nach Schweden fahren."

"... hrm ... brummel ... aber nur mit Plumpsklo ..."

Und dann wird der Sohn der Familie vor den Rechner gesetzt und darf im Netz nach dem optimalen Öko-Urlaub suchen. Klingt doch eigentlich total plausibel. Ich glaube wir sollten die Keywords auf der Seite noch etwas verbessern. Das Trockenklosett ist viel zu einseitig. Was haben wir denn da noch ... "Plumpsklo", "Donnerbalken", "Arboterker". Na das ist doch was.

Und das noch am Rande: Wenn ich da am Donnerstag hochfahre, dann nicht wegen den Toiletten. Im Gegenteil, ich werde die frische Luft atmen, im glasklaren Wasser schwimmen, durch die dunklen Wälder rennen und ganz allgemein glücklich sein.

Sun, 09 Jul 2006

Gewalt

Wenn dieser Knilch Zidane sich gegen Worte nicht ebenfalls nur mit Worten wehren kann, dann ist das reichlich daneben. Aber egal, solche Sitten muss man ja nicht übernehmen.

Was mich an dem Abend auf der Berliner Fanmeile deutlich mehr geschockt hat, waren einige Sekunden reale Gewalt.

Der Typ mit den glasigen Augen hatte meine Begleitung zwar kurz irgendwie angepackt und sie irritiert, aber er ist glücklicherweise weiter gegangen. Schnurstracks auf einen anderen Jungen zu und den mal willenlos in den Drahtzaun rein geschubst. Der wusste kaum, wie ihm geschieht, aber er fing an sich zu wehren. Und schlug zurück. Einen größeren Fehler hätte er wohl nicht machen können, denn genau dieser Moment wurde von der Security wahrgenommen.

Kein schöner Anblick als gleich vier Mann den Jungen unter sich begruben, brutal in den Sand und ins Gebüsch pressten. Dem eigentlich Schuldigen erging es zwar etwas besser, aber mit drei Mann war er auch nicht schlecht bedient und lag ebenfalls kurz darauf am Boden.

Es ist also manchmal nicht mal zu empfehlen selbst physische Gewalt mit Gleichem zu vergelten. Aber ich glaube mit solch einer Botschaft rennt man bei Zidane dann auch ins Leere.

Sat, 08 Jul 2006

Wir fahren nach Berlin

Besser gesagt nur ich. Die deutsche Mannschaft hat sich ja am Dienstag klammheimlich das Ticket Richtung Stuttgart gesichert. Sauerei. Vor allem weil die eigentliche Party dann wohl heute abgeht und ich nun mal, komme was wolle, ins Theater gehe.

So werde ich dann wohl doch kein großartiger Fußballfan mehr.

Tue, 30 May 2006

Maßstäbe

Vor einiger Zeit im Nahverkehr zwischen Düsseldorf und Wuppertal. Zwei Fahrgäste scharen sich um den Schaffner.

Fahrgast 1: "Ich dachte, ich kann bei Ihnen noch ein Ticket nachlösen. Normalerweise habe ich immer ein Ticket, aber wir mussten uns beeilen."

Schaffner: "Tut mir leid, aber die Vorschriften wurden in letzter Zeit verschärft. Es steht auch draußen an den Zügen deutlich sichtbar, dass sie ein Ticket brauchen wenn sie in den Zug steigen."

Fahrgast 1: "Das geht doch sonst auch immer. Ich fahre doch sonst auch nie ohne Ticket."

Schaffner: "Wie gesagt, die Vorschriften wurden verschärft. Aber ich schreibe ihnen jetzt hier rein, dass sie sich sofort bei mir gemeldet haben. Normalerweise machen die dann nichts und wenn sie noch nie schwarz gefahren sind, dann werden sie von denen auch nichts hören."

Fahrgast 1 rückt missmutig eine Identifikation heraus, leistet noch leichten Widerstand, lässt sich aber aufschreiben. Verschwindet im Hintergrund.

Fahrgast 2: "Ich habe das gleiche Problem. Ich war in Eile. Ich habe ab Wuppertal ein Anschlußticket nach Hamburg."

Schaffner: "Lassen sie mal sehen..."

Schaffner betrachtet das Dokument lange und eingehend. Dreht und wiegt es leicht. Runzelt die Stirn.

Schaffner blickt auf, sieht zu, dass er mit dem Rücken zu Fahrgast 1 steht. Blinzelt dann frenetisch mit den Augen.

Schaffner: "Das hier ist ja inklusive City-Ticket. Das geht dann so in Ordnung."

Blinzel, blinzel.

Fahrgast 2: "Äh... Gut, danke."

Schaffner verschwindet.

Klar, ich hatte wirklich die City-Option für Wuppertal und damit vielleicht zwei von den vier zwischenliegenden Haltestellen abgedeckt. Aber hat das wirklich den Unterschied bei den "verschärften Vorschriften" ausgemacht? Oder war es vielleicht eher die Tatsache, dass ich als Fahrgast 2 den Durchschnittsdeutschen repräsentiert habe, während Fahrgast 1 der Ausländer mit marokkanischem Einschlag war?

Das ist das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, dass mir bewusst wurde, dass ich nicht gerne Ausländer in Deutschland wäre.