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Wed, 07 Feb 2007
British sun

Nein, das haben sie schon nett gemacht. Die Briten. Das mit dem
Wetter. Anfang Februar auf der Insel, die nicht gerade für ihre
sonnigen Strände berühmt ist. Ich gebe zu, dass ich etwas Nebel
erwartet hatte.
Extra für uns hat aber der höfliche Brite für himmlisch wolkenfreies
Wetter gesorgt. Und das fast ein ganzes Wochenende lang. Da will man
ja nicht meckern.
Gut, die Queen mochte uns nicht wirklich persönlich begrüßen. Aber das
habe ich ihr noch so gerade durchgehen lassen. Schließlich haben wir
the queen schon die Woche vorher gesehen. Da will man nicht meckern.
Und ehrlich gesagt war es mir dann ja doch lieber mit dem lieben Felix
durch Cambridge zu spazieren. Hach, ein sonniges Wochenende. Genau was
ich gebraucht habe.
Vereinigtes Königreich
Elizabeth II. (Commonwealth)
Cambridge
Posted at: 00:59 |
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Fri, 02 Feb 2007
Grummel...
Ich bitte darum, diese Woche zu streichen. Das war ja mal gar nix. Die
fing mit Migräne and und hörte unproduktiv auf. Zwischendrin auch
nicht richtig was gepackt.
So und ich fahr jetzt auf die Insel, besuche die Queen und geb mir im
Pub die Kante. Genau, saufen kann ich auch auf Kante.
Tschö... auf das die nächste Woche mich mehr bereichert.
Posted at: 13:03 |
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Sat, 13 Jan 2007
Der kühle Norden

Nun bin ich eigentlich schon eine Weile aus dem hohen Norden
zurück. Schön war es. Gemütlich war es. Aber das Nordlicht habe ich
vermisst.
Kalt war es. Geschneit hat es nicht. Lassen wir das Thema. Das Wetter
ist ja momentan sowie in aller Munde.
Da oben Internet zu bekommen ist wie in der Steinzeit. Gutes altes
Modem und ein unzuverlässiger Provider. Kinders, wenn ich an die Zeit
vor dreizehn Jahren zurückdenke. Was man da noch alles ausgehalten
hat.
Egal, ich bin froh wieder an meinem Datenhighway zu sitzen. Nur die
Zeit zum Bloggen habe ich irgendwo zwischen der Vorweihnachtszeit und
der Rückkehr verloren. Ich entwickle mich zum vollständigen
Sonntagsblogger.
Värmland
reise
Schweden
Weihnachten
bloggen
Posted at: 23:32 |
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Sat, 23 Dec 2006
Bin dann mal weg

Bis in das neue Jahr im hohen Norden. Ein bisschen frische Luft
schnuppern, mein Wissen weiter in Schriftform bringen, Tee trinken und
lesen.
Wünsche fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
P.S.: Weihnachten schon vorbei, aber bis man hier oben in der Wildnis
den Zugang ins Internet gefunden hat dauert es halt etwas.
Värmland
reise
Schweden
Weihnachten
Posted at: 20:01 |
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Sat, 04 Nov 2006
Andere Zeit
Als mir dieses Foto von Dir in die Hände fällt halte ich inne. Es ist
eines der Fotos, die ich liebe. Du schaust mich nicht an, aber Du
lächelst. Scheinst ein wenig zufrieden mit Dir und der Welt. Wir sind
irgendwo an der Westküste. Im Fenster nichts als Nebel und wir beide
beim Kaffee. Alter Holztisch, frische Blumen und einige Bilder in
Deinem Rücken. Ich kann mich nicht daran erinnern wo wir dort sind. Es
spielt keine Rolle. Was zählt ist dieses Lächeln auf Deinen Lippen.
Als ich Dich das letzte Mal umarmt habe, hat Dein Körper gezittert.
Wir haben geweint. Du hast mich angesehen und gesagt: "Ich werde mich
bessern." Und ich habe diese Welt verflucht.
Posted at: 01:35 |
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Fri, 27 Oct 2006
Pisa

Als ich noch in der Schule war, gab es keine Pisa-Studie. Kann ich mir
also immer einreden, dass bei uns damals noch alles in Ordnung
war. Und ich ja noch eine gute Schulbildung bekommen habe. Hätte
bekommen können. Und dann gibt es diese Momente, in denen ich mir
nicht ganz so sicher bin.
Wie jetzt. Wenn ich entspannt im Bummelzug gen Ostsee sitze. Naja,
eben nicht ganz entspannt. Denn immerhin habe ich es geschafft das
Niedersachsen-Ticket zu lösen. Nun ist Lübeck aber nicht gerade
Niedersachsen. Das nennt sich dann schon eher Schleswig-Holstein. Und
da bräuchte man dann - oh Wunder - das Schleswig-Holstein-Ticket.
Aber ich hatte eine gute Schulbildung. Hätte haben können.
Pisa
Deutsche_Bahn
Lübeck
reise
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Thu, 12 Oct 2006
"Apprendre une langue étrangère"
Als ich diese Worte nieder schreibe, muss ich lächeln. Wann habe ich
damals meine ersten französischen Vokabeln gelernt? Es muss so um
diese Zeit herum vor genau zehn Jahren gewesen sein.
Ich hatte kein Französisch in der Schule. Damals traf man Ende der
sechsten Klasse noch die schwer wiegende Entscheidung für das Leben:
Latein oder Französisch? Sah man für sich den naturwissenschaftlichen
Pfad voraus oder plante sich in philosophische Höhen zu katapultieren,
dann musste man Lateiner werden. Sonst durfte es auch gerne eine
lebendige, nützliche Sprache sein. In der man sich ernsthaft
unterhalten kann.
Wie häufig bei wichtigen Entscheidungen, die einfach zu früh getroffen
werden, habe auch ich mich völlig falsch entschieden. Mir war schon
damals klar, dass ich irgendwann mal in die Naturwissenschaften
reinrutschen würde. Wenn also etwas aus mir werden sollte, dann musste
ich mich vom toten Dunst der lateinischen Sprache durchdringen lassen
und alles Notwendige in mich aufsaugen, um das Latinum zu
erlangen. Völliger Blödsinn.
Oh ja, Naturwissenschaftler bin ich geworden. Zumindest bis ich davon
die Schnauze voll hatte. Aber Latein?
Wenn das Problem nur gewesen wäre, dass ich schon ein Jahr nach der
letzten Unterrichtsstunde keinen blassen Schimmer mehr davon hatte
dort überhaupt je etwas gelernt zu haben. Mir ist auch heute nicht
klar, wie man sechs Jahre Unterricht so gnadenlos vergessen
kann. Nein, das hätte ich abgehakt und nicht weiter darüber
nachgedacht.
Dass Problem kam mit dem Vordiplom. Wer schon einmal in Bochum
studiert hat, kennt das Gefühl, doch lieber irgendwo anders studieren
zu wollen. Nichts gegen die architektonische Effizienz von
Betonlandschaften aus einem Guß. Aber darin leben? Arbeiten?
Studieren? Nein, es kommt der Zeitpunkt an dem man gehen muss. Und der
war nach zwei Jahren erreicht.
Frankreich.
Von wegen Frankreich. Ich habe meine Freundin damals angelächelt und
ihr liebevoll klargemacht, dass ich bestimmt nicht nach Frankreich
gehe. Vielleicht habe ich mir dabei ein wenig an den Kopf getippt und
mit den Augen gerollt, um den Worten den nötigen, liebevollen
Nachdruck zu verleihen.
Strasbourg.
Ja klar, Strasbourg. Ich komme mal mit. Gucke mir die Uni da unten
an. Aber mehr als ein nettes Wochenende mit Sightseeing wird das
nicht. Kulturell sicherlich wertvoll.
Gott, was war ich erleichtert als sich die erste Schule, die sich nur
mit organischer Chemie beschäftigte, auch in den Augen meiner Freundin
nichts war. Auf dem Programm stand noch irgendeine zweite Uni, die
Biotechnologie anbot. Vielleicht auch etwas für uns Biochemiker, aber
ging es da nicht nur ums Bier brauen? Mir war klar, dass ich nicht
wirklich einen Gedanken daran verschwenden musste und konzentrierte
mich stattdessen auf den schönen Strasbourger Münster.
Die Schule am südlichen Rand der Stadt sah zwar nett aus, aber
Biotechnologie? Meine Freundin war interessiert, aber ich brauchte nur
einen Blick auf die angebotenen Themen zu werfen: "Mischen und Rühren?
Willst du mich verarschen?"
Nein, keine zehn Pferde und nicht mal zehn hübsche Französinnen hätten
mich nach Strasbourg verfrachten können. Die sprechen
Ausländisch. Lehren über Mixer. Und ich bin weder sprachbegabt noch
rührbegeistert. Und mir war sogar egal ob Mixér auf Französisch
irgendwie besonders sexy klingen könnte. Das war kompletter Humbug.
Ich weiß nicht was mich dazu bewogen hat, mich breitschlagen zu
lassen, ebenfalls eine Bewerbung hin zu schicken. Ich saß sowieso
gerade im Bewerbungskarusell und es schien mir ein netter Gefallen zu
sein. Oder so.
Und wir wurden eingeladen. Bewerbungsgespräch mit zwanzig Leuten in
Freiburg. Die Hälfte von uns würde genommen werden.
Ich gebe zu, ich fand das Ganze amüsant. Ich war nicht ansatzweise
aufgeregt und hielt es für einen netten Spaß. Ich konnte sehr relaxt
dabei zusehen wie eine Horde nervöser Leute völlig aufgelöst um mich
herumwuselte und versuchte nebenbei die Nervosität meiner Freundin zu
bremsen. Letzteres ist mir damals natürlich misslungen, wie mir das
auch vor jeder Klausur misslang. Aber das ist eine andere Geschichte.
Was habe ich denen erzählt? Dass ich vorher noch Kurse in Französisch
machen würde. Irgend etwas Crash-mäßiges. Ich bin ja so motiviert. Das
geht einem wahnsinnig leicht von den Lippen, wenn man es nicht ernst
meint. Und die Professoren waren super nett, fast fürsorglich,
meinten, ich solle mir da mal keine Sorgen machen. Sie hätten schon
mal jemanden gehabt, der kaum Französisch konnte und der hätte das
dann auch irgendwie gepackt. Und ich nickte. Einfach nicken. Ich bin
ja so motiviert. Ich packe das. Ganz klar. Noch ein bisschen über
Gentomaten erzählt und schon ist das belanglose Geplänkel vorbei.
Was den restlichen Nachmittag passiert ist, begreife ich bis heute
nicht. Rückblickend verwundert es mich immer noch. Ich habe mich nur
ein wenig mit den anderen Bewerbern unterhalten und dabei
festgestellt, dass die alle super nett waren. Gar kein Vergleich zu
Bochum. In Bochum wurden Matrikelnummern gesammelt, damit man genau
wußte, wer in den Klausuren besser war als man selbst und man nicht
immer nur mit dieser unpersönlichen Nummer konfrontiert war. Ein
Verhalten, bei dem mir auch heute noch die Galle hochkommt. Und die
Jungs und Mädels da unten in Freiburg an diesem sonnigen Nachmittag,
die waren anders. Offen, freundlich, interessiert und nett.
Dass sowohl meine Freundin als auch meine Wenigkeit unter den zehn
ausgewählten Studenten waren, quittierte ich anfangs noch mit einem
kurzen Lächeln ohne mir wirklich etwas dabei zu denken.
Aber an den Moment während der Rückfahrt, im alten silbergrauen Volvo
meiner Eltern, kann ich mich noch ganz genau erinnern. Als meine
Finger nach einer langen, schweigsamen Pause auf das schwarze Plastik
des Lenkrads trommeln, ich mich lächelnd zu meiner Freundin umdrehe
und völlig gelöst sage: "Ich mach das." Und sie nickt.
Einige Monate später saß ich dann völlig nervös und aufgelöst vor
meiner Französisch-Lehrerin, habe sie mit großen Augen angeguckt,
nichts verstanden und langsam angefangen meine ersten französischen
Vokabeln zu lernen.
strasbourg
französisch
studieren
ausland
biotechnologie
Posted at: 08:38 |
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Fri, 01 Sep 2006
Man gebe mir ein Pferd

Hm, auch schon wieder zwei Wochen her...
Es führt kein Weg dran vorbei: Die Tatsache, dass man von Hamburg mit
dem Zug in eineinhalb Stunden in Berlin ist, setzt nun mal gewisse
Maßstäbe. Ich kann es nicht ändern, aber wenn ich nach Nordholz an der
Nordsee fahre und für diese Strecke das Doppelte an Zeit benötige,
dann habe ich immer das Gefühl, dass ich eigentlich auch in
mittelalterlicher Manier zu hohem Roß reiten könnte. Es würde einfach
deutlich mehr Spaß machen.
Nur fehlt mir das Pferd. Und aus diesem Grunde bleibt nur das
vertraute Rot des Regional-Express der deutschen Bahn. Der
Pony-Express der Moderne. Immerhin sieht man landschaftlich ähnlich
viel, als wäre man naturverbunden unterwegs. Wenn ich zwischendurch
einen romantisierten Zustand erreiche, kann ich auch das Fenster
aufmachen, mich in den Fahrtwind setzen, die Augen schließen und das
Ruckeln des Gefährts zum Erzittern der Muskeln eines schwarzen
Hengstes umdeuten. Gerade heute hilft dabei die Tatsache, dass die
Federung meines Sitzes im Eimer ist.
Das Weg im Sattel würde direkt nach Nordholz führen, aber die Bahn
zwingt mich zum Aufenthalt im verschlafenen Cuxhaven. Für das kleine
rote Gefährt der Bahn ist dort Endstation und für mich fühlt es sich
auch so an, als ob man eigentlich am Ende sei. Heute fährt nicht mal
mehr der kleine Regionalwaggon und ich bin zur Weiterfahrt im Bus
verdammt.
Als der Busfahrer mich fragt, wohin ich denn in Nordholz wolle, muss
ich lachen. Ich wußte nicht, dass ich da auch noch Auswahl
habe. Nordholz fand ich eigentlich in seiner Dimension recht klar
umrissen, so dass eine weitere Angabe nicht zwingend erforderlich
schien.
Nun gut, wir laufen im Zielgebiet ein. Zeit diesen neumodischen
Firlefanz runter zu fahren, nochmal verträumt an den schwarzen Hengst
zu denken und dann Nordseeluft zu schnuppern.
Nordsee
Deutsche_Bahn
Pferd
reise
Nordholz_(bei_Cuxhaven)
Posted at: 08:40 |
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Tue, 29 Aug 2006
Nachtrag

Check-In Rückflug:
"Oh, this has 14 kg. Do you have a laptop in there?"
"Yes"
"Can you take it out?"
"Sure"
"See, now it's 10 kg. You can have both pieces as hand luggage. Here
is your boarding card. Have a nice flight."
Die Schweden sind halt doch die gemütlicheren Menschen.
schweden
ryanair
flug
reise
stewardess
Posted at: 08:29 |
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Thu, 24 Aug 2006
Nachgedacht
Natürlich hätte ich mir das Kleingedruckte bei Ryan Air vorher
durchlesen sollen. Hätte. Sollen. Aber wer klickt schon einmal zu
wenig als lieber ein-, zweimal zu viel. Warnungen und Informationen,
die das Leben vereinfachen könnten, verschwinden so im elektronischen
Nirvana.
Nun stehe ich hier. Auge in Auge mit einer bissigen Stewardess.
"Nein, das geht so nicht! Das müssen sie aufgeben!"
So, muss ich das?
Ja, ich muss. Ich brauche wohl kaum hellseherische Fähigkeiten, um den
Schwingungen, die mir hier entgegen wallen zu entnehmen, dass die Dame
heute nicht den besten Tag hat. Vielleicht auch nur mal wieder keinen
Guten in der üblichen Aneinanderreihung beschissener Tage. Wer will
das schon wissen.
Fakt ist: Ich muss hektisch umpacken. Wie in solchen Situationen
üblich, bestimmt eine klare, bestechende Logik mein
Handeln. Panikartig, hastig krame ich in meiner fett gepackten
Tasche. Födere zutage, was mein Hirn mir als zwingend erforderlich für
die eine Stunde Flug diktiert. Fünf Jonglierbälle.
Natürlich kann ich an diese Tatsache keinen zweiten Gedanken
verschwenden. Schließlich muss ich mein wertvolles Reisegut noch
notdürftig gegen die rauhen Hände des Flughafenpersonals
wappnen. Zwei, drei rasche Handgriffe. Krams und kleine Beutel werden
umgepackt, und dann presse ich meinen Daumen in die Klingen meines
Naßrasiers. Dank erstklassiger Gilette Qualität ist der Vorgang
schmerzfrei, aber ich blute jetzt in Sekundenschnelle meine Tasche
voll.
Ich stecke mir den Daumen in den Mund und wende mich meiner Stewardess
zu. Sie schaut mich trotz meiner bizarren Vorstellung völlig ungerührt
an, während ich mir irgendwie zusammen nuschel, ob die Tasche nicht
doch irgendwie als Handgepäck durchgeht.
Heute jedoch kein Tag für Gnade, ganz im Gegenteil. Ich muss 7 Euro
draufzahlen. Irgendwo da hinten in der Ecke.
"Ihr Beleg. Nächster bitte!"
Links retardiert daumenlutschend, klammert sich die Rechte verzweifelt
um fünf Bälle, die Jacke hängt irgendwo an der rechten Schulter
rum, das Portmonaie unter der Achsel. Ich eiere leicht irritiert von
Checkin-Personal zu Security, nuschel mir was von "Nachbezahlen" durch
den Daumen und erreiche irgendwann meinen Zielschalter. Der Mensch hat
etwas Mitleid nachdem ich ihm ungelenk 10 Euro auf den Tresen
geschmissen habe. Und schickt mich erst mal zur Versorgung mit Pflaster
in die Information. Währenddessen macht er meinen Krams fertig.
Wunderbar, eine Sorge weniger. Ich laufe mit deutlich erhöhter
Contenance durch den finalen Security-Check. An diesem Punkt setzt
das erste Anzeichen von Hirntätigkeit wieder ein und ich muss mich
der irritierenden Frage stellen, warum meine rechte Hand fünf Bälle
umklammert hält. Diese Frage erörtere ich jedoch nicht mit der
Security sondern eile gesenkten Hauptes in die Wartehalle und
lasse mich in eine Ecke fallen.
Nachdenklich schenke ich meinem weiß umfassten Daumen einen
wehleidige Blick und beginne mir auszumalen, wie ich mich mit fünf
Bällen auf diesem Flug selber bespaßen kann. Für die komplette
Fünf-Ball-Jonglage wird die Deckenhöhe vermutlich eher nicht
ausreichen. Sollte ich meiner Lieblings-Stewardess vom Check-In wieder
begegnen, könnte mir selbst das friedliche Jonglieren mit drei Bällen
einen bösen Blick einbringen. Was bleibt und auch zur derzeitigen
Sicherheitslage passen würde, ist natürlich der Einsatz als tödliches
Wurfgeschoss zu terroristischen Zwecken.
Nun bin ich aber ein eher friedlicher Zeitgenosse und vielleicht kaufe
ich mir dort drüben einfach diesen netten kleinen
Bleistift. Vielleicht einfach zehnmal runter schreiben "Erst
nachdenken, dann handeln!". Und ein bisschen gutes altes
Paper-Blogging. Damit das auch einsinkt. Und sollte mir die Schreibwut
ausgehen, ist so ein Bleistift auch im terroristischen Einsatz nicht
zu verachten.
schweden
ryanair
flug
reise
stewardess
Posted at: 20:20 |
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Tue, 22 Aug 2006
Trockenklosett in Schweden

Im Allgemeinen denke ich nicht sonderlich darüber nach welche
Google-Suchbegriffe jemand verwendet hat, um eine der von mir
betreuten Webseiten zu erreichen. Es ist ein Aspekt unter vielen, der
eine Homepage erreichbar macht. Ab und an lässt sich da etwas
optimieren. Der Inhalt der Suchbegriffe oder die manchmal
haarsträubend absurde Kombination an Wörtern regt sicherlich
gelegentlich zu einem Grinsen an, ist dann aber auch schnell wieder
vergessen.
Anders ist das beim "Trockenklosett". Oder auch dem besser bekannten
Plumpsklo.
Für meine Eltern habe ich vor ein paar Jahren mal Torp4.de
aufgebaut. Nachdem sie für die Freunde in Schweden kaum noch Gäste
über Zeitungsannoncen vermitteln konnten habe ich diese moderne
Variante des Marketings zu Weihnachten aus dem Boden gestampft. Und
das funktioniert sogar einigermaßen gut. Mit dem durchaus netten
Vorteil für mich, dass ich in Notfällen ein Update der Seite nochmals
als Weihnachtsgeschenk unterjubeln kann.
In der gelegentlichen Erfolgskontrolle, also dem Überprüfen der
Besucherzahlen, ist mir immer wieder das "Trockenklosett" in den
Suchbegriffen aufgefallen. Mit der Frequenz von einmal im Monat suchen
Menschen in der großen weiten Welt des Internets nach einem
Plumpsklo. Sicherlich nicht zur direkten Bedürfnisbefriedigung. Nein,
ungefähr jedes zweites Mal wird spezifisch nach dem Trockenklosett in
Schweden gefahndet.
Und da fragt man sich schon, ob das eine Marktlücke ist und man damit
potentielle Feriengäste anspricht. Gibt es diese typische
naturverbundene deutsche Öko-Familie?
"Ach Schatz, lass uns doch dieses Jahr mal nach Schweden fahren."
"... hrm ... brummel ... aber nur mit Plumpsklo ..."
Und dann wird der Sohn der Familie vor den Rechner gesetzt und darf im
Netz nach dem optimalen Öko-Urlaub suchen. Klingt doch eigentlich
total plausibel. Ich glaube wir sollten die Keywords auf der Seite
noch etwas verbessern. Das Trockenklosett ist viel zu einseitig. Was
haben wir denn da noch ... "Plumpsklo", "Donnerbalken",
"Arboterker". Na das ist doch was.
Und das noch am Rande: Wenn ich da am Donnerstag hochfahre, dann nicht
wegen den Toiletten. Im Gegenteil, ich werde die frische Luft atmen,
im glasklaren Wasser schwimmen, durch die dunklen Wälder rennen und
ganz allgemein glücklich sein.
schweden
homepage
ferienhaus
plumpsklo
Posted at: 13:14 |
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Sun, 09 Jul 2006
Gewalt
Wenn dieser Knilch Zidane sich gegen Worte nicht ebenfalls nur mit
Worten wehren kann, dann ist das reichlich daneben. Aber egal, solche
Sitten muss man ja nicht übernehmen.
Was mich an dem Abend auf der Berliner Fanmeile deutlich mehr
geschockt hat, waren einige Sekunden reale Gewalt.
Der Typ mit den glasigen Augen hatte meine Begleitung zwar kurz
irgendwie angepackt und sie irritiert, aber er ist glücklicherweise
weiter gegangen. Schnurstracks auf einen anderen Jungen zu und den mal
willenlos in den Drahtzaun rein geschubst. Der wusste kaum, wie ihm
geschieht, aber er fing an sich zu wehren. Und schlug zurück. Einen
größeren Fehler hätte er wohl nicht machen können, denn genau dieser
Moment wurde von der Security wahrgenommen.
Kein schöner Anblick als gleich vier Mann den Jungen unter sich
begruben, brutal in den Sand und ins Gebüsch pressten. Dem eigentlich
Schuldigen erging es zwar etwas besser, aber mit drei Mann war er auch
nicht schlecht bedient und lag ebenfalls kurz darauf am Boden.
Es ist also manchmal nicht mal zu empfehlen selbst physische Gewalt
mit Gleichem zu vergelten. Aber ich glaube mit solch einer Botschaft
rennt man bei Zidane dann auch ins Leere.
gewalt
fußball
berlin
zidane
Posted at: 22:00 |
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category: /deutsch/reise
Sat, 08 Jul 2006
Wir fahren nach Berlin
Besser gesagt nur ich. Die deutsche Mannschaft hat sich ja am Dienstag
klammheimlich das Ticket Richtung Stuttgart gesichert. Sauerei. Vor
allem weil die eigentliche Party dann wohl heute abgeht und ich nun
mal, komme was wolle, ins Theater gehe.
So werde ich dann wohl doch kein großartiger Fußballfan mehr.
berlin
Posted at: 12:09 |
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category: /deutsch/reise
Tue, 30 May 2006
Maßstäbe
Vor einiger Zeit im Nahverkehr zwischen Düsseldorf und Wuppertal. Zwei
Fahrgäste scharen sich um den Schaffner.
Fahrgast 1: "Ich dachte, ich kann bei Ihnen noch ein Ticket
nachlösen. Normalerweise habe ich immer ein Ticket, aber wir mussten
uns beeilen."
Schaffner: "Tut mir leid, aber die Vorschriften wurden in letzter
Zeit verschärft. Es steht auch draußen an den Zügen deutlich
sichtbar, dass sie ein Ticket brauchen wenn sie in den Zug steigen."
Fahrgast 1: "Das geht doch sonst auch immer. Ich fahre doch sonst
auch nie ohne Ticket."
Schaffner: "Wie gesagt, die Vorschriften wurden verschärft. Aber ich
schreibe ihnen jetzt hier rein, dass sie sich sofort bei mir gemeldet
haben. Normalerweise machen die dann nichts und wenn sie noch nie
schwarz gefahren sind, dann werden sie von denen auch nichts hören."
Fahrgast 1 rückt missmutig eine Identifikation heraus, leistet noch
leichten Widerstand, lässt sich aber aufschreiben. Verschwindet im
Hintergrund.
Fahrgast 2: "Ich habe das gleiche Problem. Ich war in Eile. Ich habe
ab Wuppertal ein Anschlußticket nach Hamburg."
Schaffner: "Lassen sie mal sehen..."
Schaffner betrachtet das Dokument lange und eingehend. Dreht und
wiegt es leicht. Runzelt die Stirn.
Schaffner blickt auf, sieht zu, dass er mit dem Rücken zu Fahrgast 1
steht. Blinzelt dann frenetisch mit den Augen.
Schaffner: "Das hier ist ja inklusive City-Ticket. Das geht dann so
in Ordnung."
Blinzel, blinzel.
Fahrgast 2: "Äh... Gut, danke."
Schaffner verschwindet.
Klar, ich hatte wirklich die City-Option für Wuppertal und damit
vielleicht zwei von den vier zwischenliegenden Haltestellen
abgedeckt. Aber hat das wirklich den Unterschied bei den "verschärften
Vorschriften" ausgemacht? Oder war es vielleicht eher die Tatsache,
dass ich als Fahrgast 2 den Durchschnittsdeutschen repräsentiert habe,
während Fahrgast 1 der Ausländer mit marokkanischem Einschlag war?
Das ist das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, dass mir bewusst wurde,
dass ich nicht gerne Ausländer in Deutschland wäre.
Posted at: 19:07 |
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