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Mon, 22 Jan 2007
Schon irgendwie schön

Es sind irgendwie nur kleine Freuden. Aber für jemanden wie mich, der
aus einem anderen Feld kommt und jetzt etwas artfremd durch das
Berufsleben eiert, durchaus geeignet etwas zu erfreuen. Zum einen die
Tatsache, dass man meine Arbeit schon bestellen kann bevor sie
überhaupt fertig ist. Und zum anderen, dass Amazon mich bewirbt, wenn
man nach meinem Namen sucht.
Treibt einen ja auch noch mal mehr an. Schon irgendwie schön.
Gentoo_Linux
Buch
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Posted at: 23:48 |
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Mon, 04 Dec 2006
Pastoren und Perücken

Ich stolpere durch das finstere Treppenhaus. Einen rettenden
Lichtschalter kann ich nicht erblicken und so entgeht meiner
Wahrnehmung der Fahrstuhl, der die folgenden sechs Etagen
leichtfüßiger überbrückt hätte. Leicht schnaufend erobere ich den
letzten Treppenabsatz, befinde mich unter dem Dach und betrete die
erleuchtete Wohnung.
Hey, hallo. Ich habe gerade von Dir erzählt. Wir wollen "Nobody is
perfect" spielen und ich meinte, dass sei sicher voll Dein Ding.
Mein Hirn schnauft leider noch etwas verzögert irgendwo hinter mir die
Treppe hinauf und so brauche ich träge verstreichende Sekunden, bis
der Gag auch bei mir aufschlägt und ich das Gesicht zu einem gequälten
Lächeln verziehe.
Ich werde an den Spieltisch bugsiert, erhalte ein Bier für die
geistige Unterstützung und beginne mir wildeste Lexikon-Erklärungen
auszudenken. Und siehe da: Die Frau hat recht. Voll mein Ding. Ich
habe wirklich Chancen auf Mister Imperfect.
Nur der Pastor, der ist zu durchtrieben und gewitzt für mich. Es war
mir nicht klar, dass man diesem Menschenschlag heutzutage auch nicht
mehr vertrauen kann. Besondere Eigenart von Ludwig XIV am Hofe? Er hat
allen untersagt eine höhere Perücke zu tragen als er selbst. Erstunken
und erlogen, aber genial plausibel. Schämen sie sich, Herr Pastor. So
bin ich ja nicht mal perfekt unperfekt.
wg
spiel
perfektionismus
pastor
Posted at: 20:54 |
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Sun, 26 Nov 2006
Du bist so durchschnittlich

Man sagt einer Frau nicht: "Du bist so normal." Und nein, nicht mal
die Erweiterung "angenehm normal" hätte den Karren aus dem Dreck
befördert. Es ist ja nicht mal so, dass ich behaupten könnte, ich
wüsste nicht, wie der Satz "Du bist so ..." weitergehen würde. Ein
wenig habe ich in meinen dreißig Jahren doch gelernt: aufregend,
wunderbar, sexy, klug, elegant, schön. Schön geht immer.
Normal.
Die Wahl des Mannes, der sich an vernichtenden Blicken erfreut. Dem
vor Säure triefender Spott auch nichts mehr anhaben kann. Der auch
ansonsten gerne über glühende Kohlen läuft.
Das sind dann so die Momente in denen ich mir denke an dieser ganzen
Sache, Frauen sind von der Venus, Männer vom Mars, könnte doch etwas
dran sein. Nur wo ich eigentlich herkomme ist mir noch nicht so ganz
klar geworden.
Die Retourkutsche dann gestern in der Mail: "Du bist so
durchschnittlich." Wurde mit einem lachenden und einem weinenden Auge
hingenommen.
frauen
schön
fehler
venus
Posted at: 00:58 |
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Thu, 16 Nov 2006
Spieglein, Spieglein...

Da liegt dann dieses Foto. Und es gefällt mir. Warum weiß ich nicht so
genau. Ich kann mich nicht daran erinnern mein Gesicht wirklich zu
mögen. An mein Profil darf ich gar nicht denken. Aber das Bild
dort. Das mag ich. Und ich frag mich, ob ich das bin.
Da ist dann dieses Spiegelbild. Und ich versuche dieses Foto darin zu
finden. Ist es der Winkel? Die Beleuchtung? Augen? Es gelingt
nicht. Es ist nicht da. Und doch bin das ich auf diesem Bild. Wie hat
sie das gemacht? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist das auch nicht
wichtig. Schließlich muss ich lächeln, wenn ich dieses Bild sehe.
Fotografie
Portrait
Bild
Posted at: 17:45 |
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Mon, 13 Nov 2006
Umschalten

Wenn ich Montag morgens so langsam in den Arbeitsfluß gekommen bin, im
Hintergrund leise das Radio dudelt, mein Fuß unbemerkt mit wippt und
noch etwas Kaffee-Duft in der Luft liegt, dann sieht alles nach einer
guten Woche aus.
Nur frage ich mich, warum mir diese seltsamen Menschen im Radio den
schönen Morgen mit heißen News über die Scheidung von Britney und
Kevin versüßen möchten. Haben die nichts Besseres zu tun?
Zeit umzuschalten... das Radio friedlich weiter dudeln zu lassen, den
Kaffee-Duft in die Nase zu saugen und das leise Klimpern der Tastatur
zu genießen. Montag morgen...
Montag
Radio
Posted at: 07:44 |
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Sat, 28 Oct 2006
Neuland

Manchmal hat man Treibsand unter den Füßen. Aber wenn ich
Entscheidungen treffen muss habe ich nicht gerne Sand zwischen meinen
Zehen. Ganz im Gegenteil. Von mir aus darf der schwarze Asphalt unter
meinen Füßen brennen. Hauptsache er ist hart und mein nächster Schritt
ist sicher.
Es gibt den einen oder anderen Bereich in dem ich ohne Nachzudenken
wie über steinharten Beton laufe. Aber mit Sicherheit nicht im
Verlagswesen. Wissenschaftliche Artikel habe ich ab und an
geschrieben, aber um Recht und Ordnung haben sich da andere
gekümmert. Und Veröffentlichungen in Computerzeitschriften sind ja
auch keine Epen.
Also liegt hier vor mir Treibsand. Ein Vertrag über ein Buch. Meine
Wenigkeit als Autor.
Und wieder einmal lasse ich mich fallen. Diesmal in die Arme von
Freunden und Bekannten. Eine Lektorin, einen Buchautor und einen
Verlagschef. Und habe plötzlich wieder sicheren Boden unter den
Füßen. Was für ein gutes Gefühl. Danke!
Jetzt muss ich es nur noch schreiben. Mit Freude.
neuland
vertrag
autor
schreiben
gentoo
Posted at: 09:41 |
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Thu, 26 Oct 2006
Grau

So nimm doch mein Herz. Nimm es doch.
Ich möchte nicht hier draußen sein. Sondern in Dir. In Dir ich
möchte sein. Nicht mit meinen kleinen Fäusten gegen diese Wand
hämmern. Meine Finger bis zum Knochen aufkratzen. Das Blut
nutzlos gegen Deine Hülle spritzen.
Ich bin da. Bin für Dich da. Will für Dich da sein. Ich darf
nicht. Kann nicht. Versage. Und ich weiß es. Mit jedem
unbeholfenen Schritt. Mit jedem Schlag meines Kopfes gegen diesen
grauen Stahl.
Nutzloser Kopf. Hoffnungfroher, dummgläubiger, kindsnaiver
Kopf. Das ist nicht dein Weg. Du kannst ihn denken aber diese Wand
schmilzt nicht. Dieser Stahl gebietet Halt.
Du stehst vor mir. Und weinst.
So nimm doch mein Herz. Nimm es doch.
Selbstvertrauen
Posted at: 23:55 |
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Tue, 24 Oct 2006
Verspätet
Das ist dann wohl die sprichwörtlich lange Leitung, wenn man morgens
aufwacht und einem plötzlich die Pointe eines Gags klar wird, den man
im Film am Abend vorher einfach nicht gerafft hat.
Und dann musste ich nicht mal lachen. Hoffnungslos.
Posted at: 14:11 |
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Mon, 23 Oct 2006
Rise and Shine
Titel einer E-Mail, die mir heute morgen in den Briefkasten
trudelt. Ich muss grinsen. Selten Tage gehabt an denen ich weniger als
heute nach "Rise and Shine" aussehe. Zu lächeln hilft da weiter.
Meist kann ich mich mit Montagen durchaus anfreunden. Heute mit
Sicherheit nicht. Ein Wochenende mit vier Stationen im Westen
Deutschlands. Mit viel zu wenig Schlaf. Und einer hoffnungslos späten
Rückfahrt. Inklusive der üblichen Verspätung, weil ja Sonntag Nacht
die Strecken so brechend voll sind.
Und so wollte ich doch gnädig mit mir sein und mir eine Stunde mehr
Schlaf geben. Aber heute ist Finn Lars ausgezogen. Der süße kleine
Neugeborene in unserem Wohnblock. Jetzt sind wir wieder über fünf
Etagen kinderlos. Und Finn Lars ist leider um sieben Uhr morgens
ausgezogen.
Der Auftakt einer neuen Woche.
Rise and Shine.
Montag
Posted at: 16:49 |
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Wed, 27 Sep 2006
Schön sein

Ich will mich liften lassen. Weil ich jeden Morgen aufwache und mir
nicht sicher bin ob mir die Versuche vom Vortag, mein Äußeres etwas
aufzuhübschen, mir noch gefallen werden. Oder ob ich mal wieder im
Angesicht meiner selbst verzweifle.
Und dann will auch wieder nicht. Die dreckigen Finger von jemand
anderem an meine zarte Haut heran lassen. Schließlich weiß ich doch
selbst am besten was gut für mich ist. Ich kenne doch alle Tricks und
Finessen.
Aber ich will mich liften lassen. Weil meine Freunde mir sagen, wie
hässlich ich bin. Und das ist auf Dauer schwer zu ertragen. Das nimmt
die Psyche etwas mit.
Aber so wirklich will eigentlich nicht. Weil ich manchmal den Eindruck
habe, ich bekomme das schon selber in den Griff. Weil ich immer denke,
ich würde alles in den Griff bekommen. Und dann kostet es ja auch eine
gute Stange Geld.
Letzten Endes muss ich dann aber immer wieder an ihren Satz zurück
denken. Die Bloggerin, die meinte, dass sie morgens ihren Rechner
hochfährt, ihre eigene Homepage öffnet und denkt:
"Mein Gott, bin ich schön!"
Sie hat sich extern liften lassen und ist glücklich.
Und ich sitze hier, technisch begabt, code HTML und CSS, aber frage
mich am Ende eines Tages doch nur eines: Was ist das eigentlich,
Schönheit?
Schönheit
CSS
HTML
Bloggen
Lifting
Posted at: 18:13 |
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Sun, 24 Sep 2006
Herbstkollektion

Die neue Herbstmode aus dem Hause "Armer Schlucker" ist da:
Links die dezente, europäische Variante des "letzten Hemdes", rechts das
farbenfrohere "sista skjortan" aus Schweden.
[ Original design by Stella ]
Posted at: 09:25 |
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Fri, 22 Sep 2006
Der Arsch

Eigentlich ist flickr ganz wunderbar. Ab und zu losgelöst durch
faszinierende Bilderwelten gleiten.
Aber das mit den Kontakten empfinde ich jetzt schon seit Monaten als
nervtötendes Problem. Das ist schon super, dass man schnell die
neuesten Bilder seiner Freunde checken kann. Problem nur, wenn manche
Freunde in erster flickr-Begeisterung nur abartige Bilder rein stellen
und das Portal dann vergessen. So sehe ich seit geschlagenen vier
Monaten jedes Mal wenn ich meine Kontakt-Seite aufrufe, den weißen,
behaarten Arsch eines guten Freundes. Der in irgendeinem Zustand von
Volltrunkenheit fotografiert wurde. Und das ist definitiv nicht so ein
knackiger Arsch, wie der von Elle, die ja
bekanntlich Fotos ihrer intimen Körperbereiche überall im Internet
verbreitet.
Nein, es ist so ein richtig labriges Teil. Ungebräunt. Affenartig
behaart. Einfach unschön. Nehmt das endlich mal da raus, sonst muss
ich das posten oder einen guten alten Freund einfach so aus meinen
Kontakten löschen. Ich kann meinen Flickr-Account nicht mehr im
Beisein anderer Leute öffnen. Kommen gleich die cleveren Kommentare:
"Ach, ja, klar. Flickr. Fotos. Schon klar."
Und nein, das Foto links ist vom CSD in Hamburg, nicht besagter
Freund. Sonst müßte ich mich hier ja nicht beschweren.
Bild
flickr
Posted at: 08:16 |
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Wed, 20 Sep 2006
Niederlage
Groteske Körper im triefenden Dreck
als Armee im letzten Rückzug.
Die Körper zermürbt.
Den Geist verloren.
Alle Bande zerfetzt.
Wir haben versagt.
Posted at: 23:34 |
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Alter Sack

Da wurde ich heute sechs Jahre älter geschätzt als ich es bin. Wie
können Männer bloß so unsensibel sein.
Leute, bringt mir den Sarg, Hammer und Nägel...
Alter
Männer
Posted at: 00:03 |
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Mon, 21 Aug 2006
Erkenntnis

Wofür bist Du eigentlich zu gebrauchen? Was bringt mir bitte
schön Dein Signal: Das Gesicht kennen wir aber!?
Hirn an Hirn: "Ja. Schön. Und weiter? Name?"
Hirn: "Pffft...."
Saftige Leistung, liebes Hirn. Wie wäre es Du würdest Dein
Namensgedächtnis auf den Stand der Mustererkennung bringen bevor Du
Dich weiter unqualifiziert äußerst!? Dieses Gefühl gefährlichen
Halbwissens ist nämlich blöder zu ertragen, als der kurze peinliche
Moment in dem der Andere uns erzählt woher man sich denn eigentlich
kennt.
Wir erinnern uns doch beide gerne und fröhlich an den Moment zurück an
dem wir gemeinsam gedacht haben: "Wow, hübsche Frau." Wir erinnern uns
doch auch fast noch fröhlicher an den Moment als uns diese Frau um den
Hals fällt und uns ein glückliches "Hallo, Gunnar, wie geht es dir?"
entgegenwirft? Ja, ja, ich weiß Du hast uns um Haaresbreite mit einem
notgedrungenen Lächeln gerettet, aber wir mussten uns trotzdem bei der
Gastgeberin nach dem Namen der Dame erkundigen.
Ja, finde ich auch wunderbar, dass wir so schöne Erinnerungen
teilen. Und jetzt weiter mit den Vokabeln: Armin, Kathrin, Ralf, Maren
...
Gehirn
Namen
Gedächtnis
Posted at: 14:57 |
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Fri, 18 Aug 2006
Wortkrieg

Nicht dass ich wirklich an der Weltanschauung von Mahmood Ahmadinejad
interessiert wäre. Aber wenn der iranische Präsident schon bloggt und
sich ins Englische übersetzen lässt, dann doch bitte von
qualifizierten Übersetzern.
Da wird gefragt ob denn der derzeitige Libanon Konflikt einen neuen
"Wortkrieg" auslösen könnte. Gemeint ist allerdings der
"Weltkrieg". Auch wenn das die Frage eher in ein heiteres Licht rückt,
bin ich minder begeistert wenn ich mir vorstelle, dass sich der gute
Mahmood in Gedanken freudig erregt mit dem Thema Weltkrieg
beschäftigt. Präsidenten eines Landes würde man im Allgemeinen eine
etwas friedlichere Gemütsverfassung wünschen.
Iran
Mahmood Ahmadinejad
Präsident
Blog
Posted at: 08:52 |
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Thu, 17 Aug 2006
Gleichgewicht

Way down:
- Stress bis ultimo
- Schmerzen
- Kein Schlaf
- Liebe in Freundschaft umdefinieren
- Streit mit der Schwester
Way up:
- Eingeladen werden
- Bestes Telefongespräch des Lebens führen
- Zweig lesen
- Jonglieren im Sonnenuntergang mit "Hotel California" auf den Ohren
- Nachts bloggen
Gleichgewicht
Moment
Posted at: 21:11 |
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Fri, 11 Aug 2006
Es muss nicht immer die Seite mit der Butter sein
Als mir heute Mittag mein frisch aufgebackenes, goldig braunes und
wohlig duftende Brötchen in das Spülwasser gefallen ist, habe ich
geschrien. So richtig laut "Scheiße" habe ich geschrien. Seit Jahren
habe ich nicht mehr so leidenschaftlich geflucht und gebrüllt.
Normalerweise bin ich nicht so. Normalerweise bin ich eher der ruhige
Typ. Und so ein Semmelchen würde mich nie aus der Fassung
bringen. Normalerweise.
Vielleicht lag es einfach daran, dass heute morgen keine einzige der
von mir betreuten Webseiten lief. Oder daran, dass die E-Mail für zwei
Tage nicht funktionierte. Oder an meinen Bemühungen gestern Abend
trotz Migräne weiter zu arbeiten. Der fehlende Schlaf die Nacht davor?
Gott, was bin ich eine Heulsuse geworden. Das arme Brötchen. Es ist
nicht mal mit der Butterseite in das Wasser geklatscht. Und hat beim
anschließenden Verzehr auch nur ganz zaghaft zwischen den Zähnen
gequietscht. Verzeih mir.
Brötchen
Frust
Posted at: 21:07 |
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Sat, 05 Aug 2006
Wenn South Central an der Tür klopft...
In der realen Welt gibt es Raum. Distanz, die überwunden werden will
wenn man beim Nachbarn vorbei schauen möchte. Entsprechend klopft man
eher ein Haus weiter an der Türe als bei einem Block zehn Kilometer
die Straße runter. Was wiederum dazu führt, dass die Leute, die sich
in zehn Kilometern Entfernung ansiedeln häufig einem anderen
Kulturkreis angehören als man selbst. Eigentlich brennt es mir unter
den Fingern etwas dazu zu sagen, dass diese Distanz sicherlich eine
der Hauptursachen für eine Vielzahl an Problemen zwischen den Menschen
ist. Aber aus gegebenen Anlass geht es mir eher darum, dass Entfernung
manchmal auch etwas für sich hat. Wenn man in LA wohnt, möchte man
schließlich auch nicht, dass sich die Jungs aus South Central spontan
dazu entschließen bei der eigenen Geburtstagsfeier auf ein Bierchen
vorbei zu schauen.
Im Internet ist Entfernung nun aber kein realer Begriff. Und so ist es
dann Elle passiert, dass ganz plötzlich die Klingel nicht mehr still
steht und sich South Central im Wohnzimmer versammelt. Es ist schon
spannend zu beobachten, wenn vollständig unterschiedliche Communities
im Internet aufeinander treffen. Immerhin ist das Wohnzimmer nur
virtuell und es kann nicht wirklich etwas beschädigt werden (hoffe ich
zumindest). Eines haben die Horden, die dort einfallen, aber auf jeden
Fall drauf: Sich selbst lächerlich zu machen.
bloggen
South_Los_Angeles
Posted at: 13:01 |
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Fri, 04 Aug 2006
Männer, lasst die Finger von den Blumen

Aus genetischer Perspektive ist der Mensch ja quasi eine exakte Kopie
des Orang-Utan. Und vor allem die Männer. Es ist immer wieder
erstaunlich, welche Bruchstücke anderer Lebewesen die Wissenschaftler
in unserem Bauplan entdecken. Angeblich gibt es ja auch gewisse
genetische Ähnlichkeiten zwischen Männern und Frauen. Aber ich bin mir
ganz sicher, dass es zumindest einen klaren Unterschied geben muss:
Frauen haben in ihrer Genetik deutlich mehr Ähnlichkeit mit Blumen als
dies bei Männern der Fall ist. Und damit sind wir Männer natürlich
beim Thema Blumen ganz unvergleichlich benachteiligt.
Trotzdem versuche ich dieses Defizit bei mir auszugleichen, wenngleich
ich doch zugeben muss, dass es wohl wenig Sinn hat. Jedenfalls habe
ich nun schon seit längerem einen ständig wechselnden Blumenstrauß an
meinem Schreibtisch stehen. Etwas Sommer in meinen Augen, ein schöner
Anblick. Nun liegt es aber eben in meiner männlichen Natur, dass die
Beziehung zu diesem Grünzeug noch nicht sonderlich persönlich geworden
ist. Man kennt sich halt noch nicht beim Namen. Es ist mehr so, dass
man mal sagen kann "Hallo, schöne Blume", ganz wie man einem hübschen
Mädchen im Vorbeilaufen die Worte "Hallo, schöne Frau" entgegen wirft.
Nun habe ich diese Woche einer Freundin eine Blume aus dem derzeitigen
Strauß geschenkt. Eine, die zu den wenigen Exemplaren gehört, die ich
persönlich ansprechen kann: "Hallo, süße Gerbera." In dem Gespräch,
das sich dann entwickelte - nicht mit der Blume, mit der Freundin -
erfuhr ich, dass sie ja ganz besonders gerne Lilien mag. Mit der mir
dank der Verwandtschaft zum Affen gegebenen Geistesleistung speicherte
ich also geflissentlich ab, dass zur besagten Dame eben Lilien
gehören. Und äußerte laut, dass ich dann ja wüsste, was ich ihr das
nächste Mal schenken kann.
Nun hat sich in den letzten zwei Tagen in meinem Blumenstrauß ein
Exemplar von Blüte geöffnet, das wirklich ganz wunderbar anzuschauen
ist. Ein Bild der Schönheit, das mich dann doch so beeindruckt hat,
dass ich dieses weibliche Prachtstück gerne etwas persönlicher kennen
lernen wollte. Den Orang-Utan mag es verwundern, den weiblichen Leser
wohl kaum: Diese wunderschöne Blume heißt Lilie.
Jetzt weiß der Affe auch, was er wohl hätte besser aus der Vase
pflücken sollen und laust sich irritiert am Kopf.
Lilie
Gerbera
Blumen
Genetik
Affen
Orang-Utan
Posted at: 13:50 |
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Thu, 03 Aug 2006
Bloggen für Legastheniker
Manchmal stelle ich mir schon die Frage ob man Leute wie mich so
völlig ungebremst an das Internet heran lassen sollte. Schließlich
darf man nicht vergessen, dass es Menschen in unserem Land gibt, die
sich aktiv um den Erhalt der deutschen Sprache kümmern. Nicht zu
vergessen glanzvolle Initiativen wie die Rechtschreibreform, die sich
der Verbesserung unserer wohlklingenden Muttersprache verschrieben
haben.
Und dann komm ich.
Ich meine jetzt mal ehrlich: Mir sind doch sämtliche Regeln zur
Kommasetzung im Deutschen vollständig unbekannt. Und das ist nicht
erst seit gestern der Fall. Zu Schulzeiten haben wir mal ein Diktat
direkt nach den Sommerferien geschrieben. Ich bin mit Pauken und
Trompeten und einer sauberen Sechs durch gerasselt. Mehr rote Kommas
kann kein Text verkraften.
Also das war damals von Herrn Krey natürlich nicht nur deshalb fies,
weil man als Schüler ja quasi als unbeschriebenes Blatt aus den
Sommerferien zurück kehrt. Sondern vor allem deswegen, weil ich dann
plötzlich in so einen Legastheniker-Kurs musste. Der wurde zwar nicht
offiziell so betitelt, aber wenn sich nachmittags fünf Schüler mit
einem Deutsch-Lehrer treffen, um sich mit Grundschul-Grammatik herum
zu plagen, wie soll man das schon nennen?
Nur gebracht hat es mir natürlich gar nichts. Fast zwanzig Jahre
später muss ich also gestern frustriert feststellen, dass meine
Deutschkenntnisse nicht mal mehr zum Lachen sind.
Vielleicht habe ich mich auch etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt,
als ich einen Artikel für eine Zeitschrift geschrieben habe. Der
Inhalt war offensichtlich brauchbar genug, aber es kam eine
sprachliche Anmerkung: Ich könnte ja vielleicht noch ein paar von den
Passivkonstruktionen eliminieren, die würde der Chefredakteur nicht so
gerne sehen.
Und da sitzt man nun. Denkt über sich, die Welt im Allgemeinen, die
Schlechtigkeit von Herrn Krey im Speziellen und die Bedeutung des
Wörtchens "Passiv" nach. Gegenteil von Aktiv halt. So
rumliegend. Irgendwie inaktiv. Aber wie zum Teufel identifiziere ich
ein solches Ding in meinem eigenen Sprachsalat?
Und fragen wir uns doch mal ehrlich: Solche Leute dürfen unbeschränkt
bloggen? Mittlerweile kann schließlich jedes Kleinkind das Internet
bedienen. Die können die Seiten hier lesen. Die könnten glauben, das
gehört so. Unsere Sprache hat schließlich schon den Ansturm hipper,
englischer Trendwörter nur mit schweren Schäden überstanden.
Und jetzt komm ich.
Also liebe Kinder: Der bekloppte Onkel hat nicht den Funken einer
Ahnung was er hier eigentlich tut. Und wenn ihr nicht mit dreißig so
enden wollt wie er und Blogeinträge verfasst, die eine Beleidigung für
die Schule Eurer Jugend sind, dann tut Euch einen Gefallen und sucht
mal rechtzeitig nach "Passiv" in der Wikipedia. Ihr wißt ja wie so
etwas geht.
bloggen
passiv
kommaregeln
schule
Posted at: 23:39 |
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Sun, 30 Jul 2006
Grrrr
Da gebe ich heute morgen noch clevere Tipps dazu ab wie man sich in
Richtung innerer Ruhe bewegt. Reichlich einfältig wenn man sich dann
gegen Abend selber auflöst. Ich hasse die Momente in denen es das Hirn
schafft sich selbst in den Reißwolf zu schmeißen.

Posted at: 22:35 |
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Sat, 29 Jul 2006
Schwedische Küche

Die schwedische Küche ist ja nun nicht besonders reichhaltig an
interessanten Rezepten. Vielleicht einmal abgesehen vom Surströming,
den hierzulande aber aus Rücksicht vor den Nachbarn wohl kaum jemand
wirklich verzehren wird.
Aber dass ich dann auch noch meine Gäste ordentlich versalze, indem
ich die komplette Marinade der Sardellen über das Janssons Frestelse
kippe. Hätte nicht sein müssen. Jetzt hat Schweden ganz verloren.
Was lernen wir daraus? Das man Rezepte doch einmal ausprobieren
sollte, bevor man die Welt damit beglückt.
Der Fisch war allerdings allererste Sahne. Ich wusste gar nicht, dass
ich einen derartig genialen Fischladen gleich vor der Haustür
habe. Aber ich lebe ja jetzt auch im Norden, da muss so etwas schon
sein.
Schwedische_Küche
Janssons_Frestelse
hamburg
fisch
Kochen
Posted at: 22:22 |
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Thu, 13 Jul 2006
Sonette und so
Als Vollblut-Informatiker hat man gewisse Vorteile: Man kann auf
Unwissenheit plädieren.
Natürlich nicht auf technischem Gebiet. Bei jedem Computer-Problem ist
man der Willi vom Dienst. Unabhängig davon ob man die Software je
bedient hat oder nicht, wird einem bereitwillig ein hohes
Grundvertrauen zugesprochen. Natürlich sind aber auch die Erwartungen
entsprechend hoch und die sollten im eigenen Interesse nicht
enttäuscht werden. Sonst gehört man ganz schnell zu der
Informatiker-Gruppe, die nun wirklich zu gar nichts zu gebrauchen
ist. Also die Jungs, die mit Hornbrille verstockt in ihrer Ecke sitzen
und sich auch im dichten Gedränge nie über zu wenig Freiraum beklagen
müssen.
Nein, da ist man schon lieber Informatiker, der wenigsten in
Notsituationen noch einen gewissen Marktwert besitzt.
Auf künstlerischem Gebiet darf man dagegen nach Herzenlust
Unwissenheit bekunden. Nein, man kann sogar bewusst auf Wissen
verzichten ohne gleich vor Scham im Boden zu versinken, weil man sich
dem gesellschaftlich verlangten Grundniveau kultureller Bildung
verweigert.
Als ich heute so überlegt habe, dass ein Sonett wohl irgend so etwas
Spezielles in Richtung Gedicht oder auch Musikstück oder halt so
kultureller Krams sein müsste, fand ich die Idee mein Allgemeinwissen
über die Wikipedia zu bereichern ganz famos. Manchmal hat man ja so
den Eindruck, dass da Wissensbrocken im Hirn herumschwirren, die sich
noch präzisieren lassen.
Folgende zwei Sätze bereiteten meinem Ansinnen dann jedoch ein jähes
Ende:
Die einzelnen Zeilen (Verse) des italienischen Sonetts sind
Elfsilbler mit meist weiblicher Kadenz. Dem entspricht im Deutschen
der jambische Pentameter,...
Weil man muss das mal so sehen: So ein Sonett, das ist halt so ein
kultureller Krams. Und das ist ja schon mal eine klare Idee der Sache
an sich. Manchmal verwässert zu viel Präzision die Dinge ja auch. Da
gibt es auch so etwas mit dem Wald und vielen Bäumen. Aber das ist
eine andere kulturelle Geschichte.
Und was war jetzt genau Dein Problem mit Windows?
sonett
informatik
kultur
Posted at: 23:59 |
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Wed, 12 Jul 2006
Vorsicht
Ja, ich sollte vorsichtiger sein. Einfach so Städte als "Stadt der
Liebe" zu deklarieren. Das habe ich vor fast zwei Jahren schon einmal
getan. Damals habe ich Stuttgart als Zentrum der Liebe betitelt.
Ich wurde milde belächelt. Mehr als zurecht. Man hätte mich ruhig
gleich für vollkommen durchgeknallt erklären können. Vielleicht hätte
mich das ansatzweise zum Nachdenken angeregt. Wie ich mich kenne aber
vermutlich eher nicht.
Nach fünf Monaten im neu ausgerufenen Zentrum für die Liebe dieser
Welt - ja, ich kann egozentrisch sein - stand ich vor mehr Scherben
als ich mir das je für mein Leben hätte ausmalen können.
In dem Sinne lasse ich die Liebenden dieser Welt vielleicht doch
lieber weiter nach Paris pilgern. Oder benenne als Stadt der Liebe den
einzigen Ort wo sie hingehört: das Herz.
hamburg
stuttgart
liebe
Posted at: 23:00 |
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Mon, 10 Jul 2006
Stadt der Liebe
Paris? Das ich nicht lache!
Schon mal in Hamburg gewesen?
An der Kaimauer der Außenalster gesessen und den Sonnenuntergang
genossen? Zugesehen wie die Tore zur Welt zu blauen Leuchtfeuern
werden?
In den Sanddünen gesessen, den Wind im Haar, auf den Hafen geblickt?
Die leise italienische Musik im Hintergrund, dem orange glühenden
Himmel verfallen?
In einem kleinen Kanu über das Wasser geglitten und den Rücken der
Stadt betrachtet? Unter Brücken dem Sonnenuntergang entgegen
gepaddelt?
Paris? Das ich nicht lache!
hamburg
liebe
paris
romantik
Posted at: 23:59 |
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Sat, 01 Jul 2006
Der Weltenraum bleibt leer
Worte kullern silbern aus dem Munde,
springen hell vergnügt in harte Runde.
Wirbeln wild im bunten Glitzerreigen
um sich fremden Perlen stolz zu zeigen.
Kaum erhascht der Blick das Sternenflirren,
bleiben leere Reflektionen, die verwirren.
Stolzer Glanz gedacht so glühend groß,
spiegelt bittere Verzweiflung bloß.
Ein wild erdachter Fluss, gehofft auf Sinn,
läuft ohne Fracht ins Nirgendwo dahin.
Wären es bloß leise Tropfen auf der Haut,
die sanft im Nichts verklingen ohne Laut.
Doch dieser Reigen kommt von übler Brut
und färbt die Erde tief mit düsterem Blut.
Posted at: 23:00 |
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Sun, 25 Jun 2006
Private Bloglesung
Interessante Perspektive, wenn einem ein angetrunkener Freund die
eigenen Blogeinträge vorliest. Natürlich problematisch, wenn besagter
Freund zwar nur eingeschränkt kohärent vorlesen kann, aber als
gelernter Autor leider noch ausreichend Geistesgegenwärtigkeit
besitzt, um einen darauf hinzuweisen, dass man plötzlich völlig
unmotiviert aus dem Präsens ins Präteritum gewechselt hätte. Nun
könnte man ins Zweifeln geraten und sich fragen, ob die
Schwierigkeiten beim Vorlesen nicht eher durch den eigenen holprigen
Satzbau verursacht werden. Oder man könnte bierumnebelt darüber
nachdenken, dass man sich eigentlich gar nicht mehr so sicher ist, was
dieses Wörtchen "Präteritum" eigentlich bedeuten könnte. Oder ... man
öffnet sich einfach das nächste Bier und bloggt's halt nacher weg.
party
bonn
Posted at: 21:20 |
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Fri, 23 Jun 2006
Ribbeln
Als ich heute morgen aufgewacht bin, fand ich einen kleinen Faden, der
vorwitzig aus meinem Bauchnabel hervorschielte. Keinen Fussel, nein,
ein fleischfarbenes Fädchen, festgewachsen. Ich habe versucht ihn zu
ignorieren. Aber auch als ich mich angezogen hatte, kitzelte er ein
wenig, als wolle er mich an seine Anwesenheit erinnern. Bei jeder
Bewegung ein leises Kribbeln. Nein, er war da, unbestreitbar.
Knibbeln am Körper ist grundsätzlich untersagt. Am Körper gibt es
nichts Unnormales, nichts das gerechtfertigt weggerubbelt, geknibbelt,
gerissen oder gerupft werden könnte. Und doch, dieses Fädchen gehört
dort nicht hin. Verlangt nach Aufmerksamkeit und will gezogen,
verdreht und entfernt werden.
Irgendwann hat die Hand einen unbedachten Moment genutzt, ist leise,
still und heimlich, ganz ungewollt unter das T-Shirt gewandert. Die
Finger nach dem Nabel ausgestreckt, das kleine Fädchen erspürt,
gefühlt und ertastet. Und dann, es leicht zwischen Daumen und
Zeigefinger packend, ein kleines wenig gezupft, gezogen. Dann ein
wenig mehr, das ziehende Gefühl verstärkend. Und schließlich kommt es
los, das Fädchen.
Und mein Nabel ribbelt sich. Ribbelt sich auf. Ein wenig nur. Ein
seltsames Gefühl, während sich der Bauchnabel langsam ins Nichts
hinfort ribbelt. Zurück bleibt nur ein unbestimmtes Gefühl. Eine leere
Faserigkeit.
Gedankenverloren wird der Faden um den Zeigefinger gewickelt, während
sich die Bauchdecke langsam ins Unbestimmte auflöst. Zurück bleiben
ausgefranste Maschen die trostlos die mulmige Leere umsäumen. Haltlose
Maschen orientierungslosen Fleisches, das dem unausweichlichen
Auflösungsprozess harrt.
Ein kleines Knäuel hat sich so schon um meinen Finger gewickelt, bis
ich mein Tun bemerkte, erschreckt aufspringe und die Hand unbedacht,
ruckartig hervor ziehe. Dabei die rechte Hüfte in ein ungeordnetes
Faserwirrwarr verwandle.
Und jetzt geht alles ganz schnell. Es sind nicht mehr nur die losen
Maschen zu sehen, sondern überall lose Enden. Enden, die nach Erlösung
suchen. Die gerupft, gezogen und gerissen werden wollen, denn sie
sind aus der Ordnung gefallen. Sie gehören nicht in das Geflecht, sind
reine Faserigkeit, aus den Fugen geraten. Und ich reiße und
zupfe. Löse hier, ribbel dort. Links und rechts, die Hüfte
verschwindet in unbeherrschbarer Unsicherheit. Der Po verwandelt sich
in ein Meer unkontrollierter Trübsinnigkeit. Die Oberschenkel lösen
sich auf in wütenden Selbsthass, die Füße in brennenden Schmerz. Die
Rippen werden freigelegt, lassen Luft für zerstörerische
Selbstzweifel.
Und schließlich bleibt ein Faden, der Letzte, der das Gesicht nimmt
und der Flut an Verzweiflung erlaubt alles zu
überschwemmen. Ausgeribbelt.
Posted at: 00:19 |
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Wed, 21 Jun 2006
Der Wink mit der Birke
Das Niendorfer Gehege bezeichne ich mit einem Lächeln als meinen
persönlichen Märchenwald. Wie es sich für einen zünftigen Märchenwald
gehört, treffe ich dort beim Joggen ab und an Erscheinungen, die nicht
von dieser Welt sind. Zu denen gehört zum Beispiel die wundersame
Wandergruppe. Nicht dass der Eindruck entsteht ich hätte etwas gegen
Seniorengruppen oder sei militanter Gegner der Nordic Walking
Bewegung.
Natürlich erinnere ich mich immer gerne an mein Idealbild des Nordic
Walkers. Die kleine Dampfwalze, die in der kalifornischen Sonne mit
schnaufenden Geräuschen die Hanteln ganz weltmeisterlich hektisch auf
und ab schwenkte. Eigentlich war ihr Einsatz mustergültig, die
Sportkleidung tadellos teuer und Kritik wohl kaum angebracht. Trotzdem
konnte ich mir einen leicht verwunderten Blick nicht verkneifen,
während ich langsamen Schrittes rechts zum Überholen ansetzte. Das am
Rande.
Nein, eine Gruppe Senioren beim gemeinsamen Stöckchen-Schwingen ist
bei weitem noch im Rahmen der Phänomene des Alltags auf diesem
Planeten. Nun ist dieser spezielle Wanderverein aber eine
Multi-Tasking-Gruppe, die in besonders fröhlichen Momenten der
Wanderung innehält und ein Liedchen anstimmt.
Um meine Verwunderung bei unserer ersten Begegnung zu verdeutlichen
fehlt noch ein kleines Detail das meinen Märchenwald auszeichnet: Er
liegt exakt unter der Einflugschneise des Hamburger Flughafens.
Man stelle sich also vor, dass man durch eine Horde Senioren prescht,
in eine Serie verzückt aufgerissener Münder blickt, die Gesichtszüge
wie in fröhliche singender Ekstase eingefroren, während einen die
volle Ladung Dezibel aus den Triebwerken des just in diesem Moment
landenden Jumbos auf die Ohren knallt. Ein denkwürdiger Moment, der
wie in Zeitlupe an einem vorbeizieht.
Das Geschehene wurde unter der Kategorie "unerklärliche
Freizeitbeschäftigung" abgeheftet und ich hatte eigentlich nicht
erwartet, das Attribut "unerklärlich" streichen zu müssen.
Doch wir hatten das Vergnügen einer zweiten Begegnung. Zu meinem
Leidwesen nur in trauter Zweisamkeit. Mein guter Freund der Jumbo
verspätete sich um eine halbe Minute.
Ich hätte wohl schon aufgrund der Lied-Wahl Fersengeld gegeben:
... es tönen die Lieder aus der
Schalalalalalalalalalalalalalameieieieieiei ...
Aber den ultimativen Adrenalinkick versetzte mir die völlig
missglückte Tonlage. Die konnten nicht einen Deut besser singen als
ich selbst. Mit blutenden Ohren habe ich mir den A380 im Tiefflug
herbei gewünscht und die letzten Reserven für einen 100m-Sprint
aktiviert. Jedenfalls kann ich mir mittlerweile keinen besseren Ort für
den Gesangsverein vorstellen als eben genau diese Einflugschneise.
Nun mag manch einer für gutes Wetter beten, bevor es ans Laufen geht,
ich für meinen Teil schicke eine kurze Fürbitte für Fluglärm gen
Himmel. Allerdings war mir nicht klar, dass mein Draht zu den
himmlischen Mächten nicht ganz so störungsfrei ist, wie ich mir das
wünschen würde.
Zugegeben, die von Gottes Hand gefällte Birke, die mir heute den Weg
an genau jener Stelle versperrte, an der ich ansonsten meine
Wandergruppe treffe, hat sicherlich eine gewisse Signalwirkung. Aber
mein Fürbitten beinhaltete nicht die Anwendung von Gewalt. Wenn schon
Märchenwald, dann bitte einen friedlichen.
Posted at: 12:03 |
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Wed, 14 Jun 2006
Gut angetäuscht
Sie
Frankreich hat zu Null gespielt.
Er
Ja. Frankreich hat immer einen langsamen Start.
Sie
Ja?
Er
Nö, keine Ahnung. Aber als Mann muss man so etwas sagen.
Posted at: 23:31 |
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Tue, 13 Jun 2006
Staatsbesuch
Wenn man an vier Jeeps in Reihe vorbei läuft, jeder mit
Doppelbeflaggung, Deutschlandfahne, dann erwartet man irgendwie, dass
einem hinter dem nächsten Busch die Merkel entgegen hoppst.
Angela_Merkel
Fahne
Posted at: 20:58 |
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Mon, 12 Jun 2006
Frustrierend ist ...
... wenn man nach dem Essen die clevere Idee hat, die Tischdecke
angesichts der ganzen Flecken mal um zu drehen, nur um festzustellen,
dass man vor einer Woche schon einmal den gleichen, genialen Gedanken
hatte.
Posted at: 13:03 |
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Sun, 11 Jun 2006
Ich schmelze dahin
Heute das zweite Mal an diesem Wochenende in die Sonne gelegt und
etwas gebräunt. Dabei darüber nachgedacht, dass ich meine
Nahrungsaufnahme noch etwas reduzieren könnte. Nicht allzu lange an
diesem Gedanken hängen geblieben. Die Sonne macht ja auch dösig. Man
wacht nur ab und zu auf, um dem nächsten Billig-Flieger Richtung
Kanaren hinterher zu winken. Schade, dass man gerade hier unten sitzt.
Manchmal entwickele ich schon Sehnsüchte. Ich weiß nicht so wirklich
wie ich diesen Sommer überleben soll. Dabei bin ich jetzt so absolut
froh, dass es endlich mal warm ist. Aber ich habe den Eindruck mir
könnte meine Disziplin dahinschmelzen wie Vanilleeis in der Sonne.
Apropos Eis: Direkt um die Ecke liegt auch noch die genialste Eisdiele
von Eimsbüttel. Gestern "Heidi" probiert, heute
"Quarkose". "Schneeweißchen" und "Kalter Hund" stehen auf dem Plan für
die nächste Woche. Wobei wir ja wieder bei der Nahrungsaufnahme
wären...
... ach was bin ich plötzlich dösig.
eis
Eimsbüttel
sonne
Posted at: 19:01 |
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Sat, 10 Jun 2006
Zwei Fremde
Seine Hand, gereicht zum Abschied, wird kurz ergriffen, eine
unverbindliche Berührung. Doch sie zögert, die Hände seien so
kühl.
Die kalten Finger, dem Kontakt schon wieder entzogen, wandern wie von
selbst nach oben, werden ohne Gedanken umfasst, von zwei sorgenden
Händen umschlossen und wie selbstverständlich gewärmt.
Zwei Herzschläge. Wir bemerken den Moment und trennen uns.
Posted at: 21:32 |
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